„Vielen Dank, dass ihr euch getraut habt. Das hat gut getan!“ ruft der Musiker Thees Uhlmann seinem Publikum bei der Freilichtbühne auf dem Killesberg in Stuttgart im September 2020 entgegen. Gerade gaben er und seine zwei Bandkollegen ein Konzert unter den Beschränkungen und Hygienemaßregeln durch das Corona-Virus. Und es hat tatsächlich gut getan ein klein wenig Normalität zu erleben und unter Menschen zu sein. Und doch ist alles anders.

Thees Uhlmann - Live gegen die Angst vor dem Corona-Virus
Thees Uhlmann – Live gegen die Angst vor dem Corona-Virus

Man vermisst das Gedränge von hunderten von Menschen

So komisch es klingt, doch mir fehlt mittlerweile das Gedränge von hunderten von Menschen auf Konzerten. Aber Viel mehr noch fehlt mir, einfach bedenkenlos unterwegs zu sein. Auch wenn im Vergleich zum Beginn der Pandemie die Maßnahmen deutlich gelockert wurden, geht einem dieses Thema nicht mehr aus dem Kopf und das kann auf Dauer ganz schön belastend sein. Ich glaube, jeder von uns hat sich schon im Winter letzten Jahres zumindest überlegt, was er denn diesen Sommer so unternehmen will. Umso trauriger ist es, wenn die Pläne von heute auf morgen einfach gestrichen werden und man nichts dagegen unternehmen kann.

Keine Festivals in der Saison 2020
Keine Festivals in der Saison 2020

„Is everybody going crazy?“ fragt der Sänger einer meiner Lieblingsbands passenderweise in einem Song der Mitte März veröffentlicht wurde. Die Band heißt „Nothing but Thieves“ und ich hätte sie dieses Jahr eigentlich auf dem Southside-Festival live erlebt. Das Southside-Festival bei Neuhausen ob Eck besuche ich seit 2014 jährlich und ist zu einer wahren Konstante in meiner Jahresplanung geworden. Aber naja, dem Festival erging es wie den meisten Konzerten, die ich dieses Jahr besuchen wollte: Abgesagt! Und damit wurden auch viel Abwechslung und neue Bekanntschaften und vielleicht auch neue Freundschaften abgesagt.

Verrückt werden ist angesagt

So wurde die zuvor angesprochene Songzeile zum Programm. Ich merkte, wie mir die Isolation mehr und mehr zusetzte und ich einfach nur hoffte, dass das Ganze ein schlechter Traum sei. Doch all das ist bittere Realität. Und nicht nur mir erging es so, sondern den meisten Menschen, zu denen ich Kontakt gehalten habe in dieser Zeit. Diese Tatsache beruhigte mich komischerweise…

Über den Großteil des Sommer war es auch ein bisschen komisch, die Sozialen Netzwerke zu öffnen. Dort, wo mir ab Mitte oder Ende Mai täglich jeder zeigt, wie schön es doch im Urlaub sei, war dieses Jahr einfach – nichts.

Urlaub in Deutschland…

Doch gerade das zeigt, wie wichtig es für mich sein kann, einfach mal weg zu fahren. Dieses Jahr ist es für Viele dann vielleicht „nur“ der Urlaub in der Heimat. Das kann man zum Ansatz nehmen und Deutschland erkunden. Einige hat es an die Ost- oder Nordsee verschlagen. Durch das Wattenmeer wandern ist auch ein wunderbares Erlebnis und schön ist die Landschaft noch dazu! Oder an einen schönen See in Süddeutschland fahren. Die Temperaturen sind dort ja über weite Strecken auf dem Niveau der Mittelmeer-Region.

…oder doch im Ausland?

Andere wiederum haben sich getraut – um das Zitat von Beginn aufzugreifen – und sind gegen Ende des Sommers ins Ausland gefahren. Ich selbst war in Amsterdam, ein Kollege hat Rom besucht, weitere Freunde waren in Frankreich an der Côte d’Azur. Das soll zeigen wie viel jetzt wieder möglich ist. Sei es ein Städtetrip oder doch entspannt am Meer.

Natürlich gestalten sich Pläne, wie eine Reise nach Bali, ein Aussteiger-Jahr in Neuseeland oder Work and Travel in Chile momentan überaus schwierig. Steigert eine kleine Pause aber doch die Vorfreude auf die Erfahrungen, die vor uns liegen.

Und genau das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen. Es liegen viele neue Abenteuer und Geschichten vor uns, auf die wir uns freuen dürfen. Und das sollte uns auch dabei helfen nicht komplett verrückt zu werden, wenn uns zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Freuen wir uns auf die neue Normalität im Nach-Corona-Jahr!