Das Erste, an das viele Touristen bei Rom denken, ist die legendäre Anzahl an Kirchen in der Stadt. Es sind deutlich über 900, man könnte also mehr als zwei Jahre lang jeden Tag eine neue Kirche besuchen, ohne Rom  zu verlassen. Diese Zeit hat aber fast niemand. Deshalb hier einmal im Schnelldurchlauf, die fünf sehenswertesten Kirchen der Stadt.

Rom aus der Vogelperspektive mit Blick auf den Petersplatz
Rom aus der Vogelperspektive mit Blick auf den Petersplatz

Senatus Populusque Romanus – das Insignia von Rom, der Stadt, welche bereits im ersten Jahrhundert vor Christus von dem Dichter Tibull „Die Ewige Stadt“ genannt wurde. Diese Ewigkeit spürt man, wenn man über die gepflasterten Straßen schlendert. Deren Steine sind bereits so abgenutzt und glatt gelaufen, dass man sich vorstellen kann, wie Cäsar selbst sie einst entlang geschritten ist. Es ist eine ganz eigene Art der Ehrfurcht, welche einen erfasst, wenn man vorbei am Kolosseum, dem Forum Romanum, dem Pantheon oder einer anderen von Roms unzählbar scheinenden Sehenswürdigkeiten läuft. Fast möchte man von der Stadt als gigantisches Museum sprechen, doch das würde ihr nicht gerecht werden. Pulsiert doch zwischen all den historischen Städten das moderne Leben.

So ewig wie die Stadt sind aber für gewöhnlich auch die Schlangen um die Sehenswürdigkeiten Roms zu sehen. Egal wann ich in den letzten 10 Jahren dort war, Schlangestehen gehörte einfach dazu. Das ist jetzt anders. Wegen Corona sind deutlich weniger internationale Touristen unterwegs als sonst, viele bleiben lieber im eigenen Land. Die Römer selbst verbringen die heißen Monate im Sommer lieber an den Stränden Latiums, außerhalb der Stadt. Wer sich also gerade entschließt, die Italienische Hauptstadt erkunden zu gehen, findet viele der Highlights ganz ohne oder nur mit kurzen Schlangen vor.

Das Pantheon

Beginnen wir ganz klassisch mit dem knapp 1900 Jahre alten Pantheon. Dieser antike Kuppelbau war über tausend Jahre lang der größte Kuppelbau der Welt und ist seit dem Jahr 609 eine Kirche. Schon der Vorplatz ist etwas, dass man außerhalb Roms nirgends so finden wird. Auf einem barocken Brunnen thront ein über sechs Meter hoher Obelisk. Dahinter sieht man den antiken, griechisch anmutenden Vorbau des Pantheons mit seinen 24 Säulen. 

Das Pantheon - Zeichnung, Künstler Studie
Das Pantheon – Zeichnung, Künstler Studie aus dem Jahr 2001

Gewöhnlich sieht man durch die Säulen schon die Schlangen am Eingang und auf dem Platz tummeln sich Reisegruppen, die sich bereit machen, unter Anleitung ihrer Leiter das antike Gebäude zu erstürmen. Aktuell sind allerdings nur einige wenige Touristen unterwegs und man kann die Kirche direkt betreten. 

Obwohl das äußere Erscheinungsbild schon beeindruckend ist, schlägt der Anblick im Inneren das nochmal um längen. Über einem spannt sich die 43,5 Meter durchmessende Steinkuppel mit dem so charakterischten Loch in der Mitte. Unter einem ist der Fußboden aus Marmor und um einen herum sind kreisförmig abwechselnd die tragenden Säulen des Gebäudes und Steinskulpturen biblischer Heiliger. 

Das Pantheon in der Abenddämmerung
Das Pantheon in der Abenddämmerung

Selbst unter der vielen Kirchen Roms ist das Pantheon besonders. Fusioniert es doch die Baukunst der Antike mit dem Prunk römisch-katholischer Kirchen. Es ist ein Anblick, den niemand, der in Rom ist, missen sollte. 

Santa Maria degli Angeli e dei Martiri

Nahe des Hauptbahnhofes Rom Termini liegt die etwas weniger bekannte Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Diese ist zwar kein so beliebtes Ziel, wie das Pantheon und wird nicht von jeder Reisegruppe besucht, als Werk des berühmten Malers, Bildhauers, Dichters und Architekten Michelangelo aber durchaus sehenswert.

Von außen ist die Kirche ein verfallenes Steingebäude, welches offensichtlich bereits mehrer Hundert Jahre miterlebt hat. In einer anderen Stadt wäre das wahrscheinlich eine Besonderheit, in Rom scheint es doch eher alltäglich. Umso größer ist die Überraschung, wenn man die Kirche betritt.

Innen erwartet einen das Werk des alten Meisters Michelangelo. Eine prunkvolle, große Kirche, die sich den Besuchern in Marmor, Gold und Bronze zeigt. Während damit aber doch einige Gotteshäuser in Rom aufwarten können, hat die Santa Maria degli Angeli e dei Martiri noch ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal. 

Die verfallen wirkende Fassade ist nämlich bewusst so. Sie wurde nämlich nicht erst von Michelangelo gebaut, sondern die Kirche in den Ruinen der antiken Diokletiansthermen errichtet. Diese Therme war deutlich größer, als es die Kirche heute ist und in Großteilen auch erhalten. Verlässt man den Hauptbau der Kirche zu den Seiten, anstatt wieder durch den Haupteingang zu gehen, steht man in den Ruinen des Badehauses und kann einen beschilderten Rundgang durch die Anlage machen. Interessierte finden hier Infotafeln, welche sowohl die Geschichte, den Bau und die Architektur der Kirche als auch der Therme beschreiben.

Sixtinische Kapelle

Die wahrscheinlich bekannteste und bedeutendste Kirche der Welt bedarf wohl keiner größeren Vorstellung. In ihr wird das Konklave, die Wahl eines neuen Papstes, abgehalten und ihre Decke ziert eines der bekanntesten Gemälde der Welt:  “Die Erschaffung Adams” von Michelangelo. 

Betreten kann man die Kirche als Tourist nur durch die ebenfalls sehenswerten vatikanischen Museen. Wer einen Besuch plant, sollte aber auf der Website des Museums im Vorhinein Tickets kaufen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass die Eintrittskarten für das Museum und die Sixtinische Kapelle einzeln verkauft werden und man beide braucht. 

Normalerweise sollte man sich gut überlegen, ob man die Kirche besuchen will. Die Tickets sind mit 17€ pro Person und weiteren 7€ für den Audioguide zwar nicht sehr kostspielig, schützen einen aber nicht vor der Wartezeit an den Eingängen. Durch die aktuelle Lage ist es aber deutlich leerer und man kann entspannt das Museum und die Kapelle besichtigen. 

Wer sich für Exponate oder die in der Kapelle befindliche Kunst von Perugino, Botticelli, d’Antonio und Co interessiert, sollte sich einen passenden Reiseführer mitnehmen. Der angebotene Audioguide lässt leider zu wünschen übrig.

Santa Maria Immacolata a Via Veneto

Ähnlich wie die Santa Maria degli Angeli e dei Martiri macht auch die Santa Maria Immacolata a Via Veneto von außen eher weniger her. Am einen Ende von Roms ehemaliger Prunkstraße, der Via Veneto, liegt sie zwar gut sichtbar, aber im Vergleich zum Anblick, den viele andere Kirchen der Stadt bieten, eher unscheinbar. 

Santa Maria Immacolata a Via Veneto
Santa Maria Immacolata a Via Veneto. Foto © José Luiz Bernardes Ribeiro

Anders als bei der Santa Maria degli Angeli e dei Martiri ändert sich dieser Eindruck beim Betreten der Kirche nicht direkt. Alles wirkt typisch katholisch und zeigt die gewohnte Kombination aus Marmor, Gold und den verschiedenen Darstellungen von Heiligen. Die Besonderheit der Kirche liegt nämlich unterirdisch – in der Krypta. 

Wer eher zart besaitet ist oder mit jüngeren Kindern unterwegs ist, sollte die Geheimnisse der Kirche nicht erkunden und es lediglich bei dem Besichtigen der oberirdischen Räume bewenden lassen. 

Unten in der Krypta werden die Marmor Fresken nämlich durch solche aus menschlichen Knochen ersetzt. Die fünf unterirdischen Räume der Kirche sind mit Bein-, Arm-, Hüft-, Schulter-, Finger- und Schädelknochen verstorbener dekoriert.

Im Innenraum der Kirche Santa Maria Immacolata a Via Veneto
Im Innenraum der Kirche Santa Maria Immacolata a Via Veneto

Der Orden der Kapuzinermönche gründete die Kirche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Teil eines Klosters und dekorierte die Kellerräumlichkeiten mit den Gebeinen der verstorbenen Brüder. Diese makabre Kunst betrieben sie bis ins Jahr 1870. Damals wurde Rom zur Hauptstadt Italiens und diese Form der Kunst verboten. Obwohl seitdem nichts mehr zu der Dekoration hinzugefügt wurde, hat man sich gut um die Gebeine gekümmert und die einzigartigen Räume sind auch heute noch in gutem Zustand, um besichtigt zu werden.

Besonders jetzt bei geringem Touristischen aufkommen, kann der Ort seine Wirkung in der Stille entfalten und hinterlässt auf seine Besucher einen ganz eigenen Eindruck.

Petersdom

Bei der Frage nach Roms Postkartenmotiv Nummer eins gäbe es wohl ein Kopf an Kopf Rennen zwischen dem Kolosseum und dem Petersdom. Das gigantische Bauwerk im Herzen des Vatikans gehört zu den größten und bedeutendsten Kirchen im katholischen Glauben. Sie ist auf der vermuteten Grabstätte des ersten Bischofs Roms, Simon Petrus errichtet worden und diesem geweiht.

Petersdom und Tiber
Petersdom und Tiber

Die über 20.000 Quadratmeter große Kirche wird oft als Zentrum der katholischen Welt wahrgenommen. In ihr haben bis zu 20.000 Gläubige Platz und zu wichtigen christlichen Feiertagen wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten hält der Heilige Vater selbst die Messen ab. 

Auch außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche wegen ihrer Bedeutung, Architektur und Kunst ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Steht man einmal in dem riesigen Gebäude, ist das nur zu verständlich. Egal welche Kirchen man zuvor gesehen hat, der Petersdom ist in seinem Prunk eine Liga für sich und für jeden Besucher Roms Pflichtprogramm. 

Während dieser Programmpunkt normalerweise aber eine Wartezeit von mindestens zwei Stunden beinhaltet, wenn man keine teuren Skip-the-Line-Tickets kaufen möchte, kann man gerade mit relativ wenig Wartezeit in das Gebäude kommen. Bringt man die Geduld auf die kurze Schlange abzuwarten, ist der Eintritt sogar kostenlos.

Mit den besten Grüßen, betravel Reiseredaktion

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