Entgegen meiner Annahme im letzten Artikel, dass die Urlaubssaison 2020 vollständig ins Wasser fällt, wird mein Instagram-Feed mit hunderten von Urlaubsbildern meiner Freunde geflutet. Die meisten Bekannten hat es momentan nach Italien verschlagen. Viele davon in den Norden des Landes, einige aber auch in die Toskana. Doch die Toskana ist nicht nur in den Sozialen Medien gut vertreten, sondern auch bei den Rennsport-Enthusiasten der Formel 1.

roßer Preis der Toskana 2020
Großer Preis der Toskana 2020

Das 1000ste Formel 1Rennen von Ferrari hat in diesen Tagen in Muggelo stattgefunden, in der dort gelegenen „fordernden High-Speed-Strecke“, wie es der Motorsport-Chef von Mercedes – Toto Wolff in einem Interview sagte. Mugello ist die Haus- und Heimstrecke Farraris, bekanntermaßen die erbitterten Konkurrenten von Mercedes. Sie planten dieses Jubiläum würdig begehen. Das klappte nicht so ganz wie vorgesehen. Das 9. Rennen der Formel 1 in dieser Saison in Mugello Anfang September 2020 war von einigen Unfällen und Safety-Car-Phasen geprägt, Mercedes-Pilot Lewis Hamilton gewann, wie schon so oft in dieser Saison. Ferrari-Rennfahrer Sebastian Vettel holte mit Platz 10 einen Punkt für die Gesamtwertung der Meisterschaft und Charles Leclerc rangierte eine Stufe vor ihm auf Platz 9. Insgesamt enttäuschend für das Team, die Dominanz von Mercedes ist im Moment einfach überwältigend.

Wechseln wir doch lieber zu erfreulicheren Dingen für die Region. Dem italienischen Tourismus geht es inzwischen wieder besser und meiner Ansicht nach kann man die beiden Themen Mugello und Florenz sehr gut verbinden, da die Toskana so viel Spannung zu bieten hat wie die Formel 1 und die Attraktivität der Region ungebrochen ist. Hier eine schnelle Runde für alle Freunde der italienischen Lebensweise und des Dolce far Niente.

Die Toskana ist geprägt vom Geschlecht der Medici

Wenn ich selbst darüber nachdenke, was mir als erstes einfällt, wenn ich meine Erinnerungen zur Toskana schweifen lasse, dann ist es das Fürstengeschlecht der Medici. Einige werden sich jetzt fragen, wer oder was sind die Medici und warum mir das zuallererst dazu einfällt? Ich interessiere mich sehr für Geschichte und die Medici waren eine sehr einflussreiche Familie, die die Toskana und vor allem Florenz enorm geprägt haben. Das nicht nur politisch, sondern auch was das Stadtbild von Florenz angeht.

Unter der Regentschaft der Medici entstanden die Uffizien. Die Uffizien waren damals Büros für die Administration in Florenz. Das besondere hierbei ist, dass das Gebäude eine U-Form besitzt und dafür verantwortlich war, dass andere antike Bauten abgerissen wurden. Heut zu Tage dient das Gebäude als Museum und besitzt einige der ältesten Kunstwerke der Welt.

Zu verdanken haben wir dieses riesige Gebäude „Cosimo I de Medici“, dem damaligen Großherzog von Florenz und Liebhaber von Kunst. Aber viel mehr noch Anna Maria Luisa eine der letzten großen Medici, die sich im 18. Jahrhundert für das Vermächtnis ihrer Familie einsetzte. Wie man es erahnen kann ist Florenz bekannt für seine Kunst und Kultur und deshalb sollte man auf jeden Fall die Uffizien besuchen, da dies den Ursprung des Glanzes der Toskana widerspiegelt und es eines der renommiertesten Museen der Welt ist.

Abend in der Toskana
Abend in Florenz

Die Uffizien sind ein guter Ausgangspunkt für weitere Sehenswürdigkeiten von Florenz. Wer momentan nicht die Möglichkeit hat diesen Ort zu besuchen, kann die virtuelle Galerie des Museums anschauen.

Galileo Galilei forschte in Pisa

Wenn wir schon bei den Medici sind, kann man gleich noch erwähnen, dass die machtbesessene Familie auch dafür verantwortlich ist, dass Pisa ein Bestandteil der Toskana wurde. In Folge eines lange andauernden Konflikts zwischen den Regionen Florenz und Pisa, sicherte sich Florenz – und damit auch die Medici – Anfang des 16. Jahrhunderts die Macht über die Stadt mit dem schiefen Turm.

Der Wissenschaftler Galileo Galilei hatte viel in Pisa gearbeitet. Die Familie Medici war ein populärer Förderer der wissenschaftlichen Arbeit Galileis, weshalb die Medici ihm auch Räumlichkeiten in Florenz zur verfügung stellten. Doch in Pisa, so sagt man, hat Galilei bei Fallversuchen vom schiefen Turm von Pisa das Fallgesetz festgestellt. Interessanter Fakt hierfür ist noch, dass der schiefe Turm seine Neigung aufgrund des fehlenden festen Untergrundes hat und sich immer weiter neigt.

In der Stadt gibt es nicht nur den berühmten Turm, sondern kann man auch zum Beispiel den Park Migliarino San Rossore besuchen. Auf mehr als 24.000 Hektar Fläche findet sich ein vielfältiges Angebot an Landschaften, wie Dünen oder Wälder, genauso wie hier viele unterschiedliche Tiere zu sehen sind. Man sollte sich aber schon vorab informieren, da man sich in diesem riesigen Park schon mal verlaufen kann.

Wandern durch die Weinberge in Chianti

Natürlich bietet die Toskana noch viele weitere schöne Landschaften. Vor allem in der aktuellen Zeit ist es wichtig auch Ziele ausserhalb des Treibens in der Stadt auf dem Radar zu haben. Dabei kann ich den Archäologischen Park von Barrati und Popolunia empfehlen. Den Park findet man in Piombino und zieht sich mit seinen 80 Hektar bis zum Golf von Barrati. In diesem Freiluftmuseum sieht man Fundstücke aus dem 13. Jahrhundert, wie zum Beispiel alte Wehranlagen, Gräber oder Hochöfen aus Zeiten des Römischen Reiches. Zudem ist der Park an ein altes Museum angeknüpft, welcher nochmals Exponate aus dieser Zeit in sich trägt. Weiterhin kann man in dieser Region wunderbar an der Küste entlang wandern, was optimal für einen Tagesausflug ist.

Zudem empfiehlt es sich für alle Wein-Liebhaberinnen und Liebhaber die Region Chianti zu besuchen. Denn wie es der Name schon sagt, stammt aus dieser Region der bekannte Wein. Das Gebiet Chianti liegt im Zentrum der Toskana und ist eine Hügelkette auf der Weintrauben angebaut werden. Das Gebiet bietet sich auch super für eine Wander- oder Radtour an. Die alten mittelalterlichen Straßen samt Burg bieten ordentlich was fürs Auge und am Ende der Tour kann man in ein Restaurant einkehren und den Wein der Region Chianti genießen.

Römische Mauern schützen Lucca vor Hochwasser

Abschließend zieht es uns nach Lucca, eine weiter historische Stadt in der Toskana. Da der Text hier schon so voller historischer Tipps und Fakten über die Toskana ist, gibt die Stadt Lucca hierzu den passenden Abschluss. In der Stadt finden sich haufenweise Bauten aus verschiedenen vergangenen Epochen und ist deswegen oft oben auf der Liste vieler Touristen. Highlight für mich ist die komplett erhaltene Stadtmauer. Anfangs noch Bestandteil der Römischen Mauer, wurde diese im Verlauf der Geschichte zur Stadtmauer umgebaut. Vor kriegerischen Handlungen musste die Mauer die Stadt nicht schützen, doch war sie im 19. Jahrhundert bei einem Hochwasser von großem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Das war meine flotte Renn-Runde durch die Toskana! Ich hoffe, es waren neben den bekannten Sehenswürdigkeiten auch noch weitere Tipps dabei. Habt ihr dieses Jahr noch vor in die Toskana zu reisen? Lasst es mich wissen.