Was Urlaub in Albanien für mich bedeutet

Für mich war Albanien immer ein weit entferntes Land, in das man irgendwie nur per Flugzeug gelangt. Zumindest war das bei mir so. Seit ich klein war, fliege ich alle paar Jahre dorthin, um die Verwandten meines Vaters zu besuchen und Urlaub zu machen. Urlaub in Albanien bedeutete für mich jedes Mal neue Gesichter zu sehen, die offenbar zu meiner Familie gehören.

Ich selbst bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Daher ist meine Muttersprache auch deutsch. Albanisch habe ich nur während dem Urlaub beiläufig mitbekommen. Ich verstehe ein paar Sachen, wenn die Leute sich unterhalten. Aber sprechen selbst kann ich nicht. Es war immer nur wenig Zeit sich mit der Sprache auseinanderzusetzen und hier in Deutschland habe ich mich mehr auf Englisch lernen konzentriert. Auch Italienisch spreche ich, welches ich während meiner Schulzeit als Hauptfach hatte. Das hat mir auch in der Sicht geholfen, weil viele meiner Verwandten auch Italienisch sprechen. Also habe ich doch einen Weg mich dort verständigen zu können. Bei ihnen läuft oft italienisches Fernsehen und viele Albaner lernen dadurch die Sprache.

Albanien von oben

Luftaufnahme von Lekuresi im Süden Albaniens

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Anreise

Die Hochsaison ist im Juni und Juli. Da es zu dieser Zeit auch am heißesten ist, empfehle ich aber eher zu Pfingsten oder im Spätsommer zu gehen. Wer aber hohe Temperaturen mag, der wird jedenfalls auf seine Kosten kommen. Wie schon erwähnt erreicht man Albanien mit dem Flugzeug. Dadurch ist der erste Aufenthalt die Hauptstadt Tirana, deren Flughafen von mehreren deutschen Städten mit den jeweiligen Airlines erreichbar ist. mit ca. 2 Stunden Flugzeit ist die Anreise auch nicht zu lang und man kann währenddessen die Küste schon von oben aus betrachten. Ein Visum braucht ihr für euren Urlaub nicht, denn als deutscher Staatsbürger kann man bis zu drei Monate ohne das Land bereisen. Aber eine Auslandskrankenversicherung lohnt sich in jedem Fall, wodurch ihr bei Krankheit kostenlose medizinische Hilfe bekommt. Die Währung ist der albanische Lek, den man in Tirana und jeder größeren Stadt an Bankautomaten und Wechselstuben erhalten kann.

Im Gegensatz zum Rest des Landes erwartet euch in Tirana eine moderne Stadt mit regem Alltagsleben. Für Kulturliebhaber gibt es das historische Nationalmuseum das einem die Geschichte des Landes näher bringt. Von Tirana aus kommt man in jeden Teil des Landes. Doch hier schon mal eine Warnung vorab: Einige Straßen sind nicht besonders gut saniert und daher ist ein Auto mit Allradantrieb definitiv die richtige Wahl. Für mich, der schon als Kind daran gewöhnt ist, hat die Ruckelfahrt immer etwas schön Rustikales. 🙂

Tirana, Albanien

Tirana, Hauptstadt Albaniens

Albanien Auswärtiges Amt

Urlaub am Meer

Deutschland war immer mein zu Hause und doch habe ich immer wieder auch andere Länder gesehen. Ein paar einzelne Besuche waren oft schulbedingt wie z.B. das Schullandheim in Frankreich, die Studienreise in England oder der die Abschlussfahrt nach Spanien. Persönlich aber hatte ich immer nur zwei regelmäßige Ziele. Mein Urlaub ging oft nach Italien ans Meer. Abends am Strand mit nackten Füßen durch den Sand zu laufen und den Sonnenuntergang zu sehen hat einfach etwas Magisches. Und der Meeresgeruch nach Salzwasser liebe ich sehr. Das ist etwas, das man nur schwer vergisst. Mich zieht es also eher ans Meer als in die Berge. Und das ist auch, was ich mit Albanien verbinde. Schöne Strände mit ländlichem Feeling. 

Anstelle von einer Serie von riesigen Hotels gibt es familiär geführte Ferienhäuser, die auch vom Preis sehr zuvorkommend sind. Man kann also gleichzeitig den Strand und das Panorama des Landes erfahren, ohne von Hochhäusern bedrängt zu sein. Im Gegensatz zu Italien ist es an den Stränden, an denen ich gewesen bin, sehr entspannt, mit nicht so vielen Besuchern. Den weißen Sand und das klare Wasser kann man dort in vollen Zügen genießen. Wenn man an anderen Badeorten schon war, dann merkt man schnell, dass die Strände in Albanien im Vergleich noch sehr ursprünglich und natürlich sind.

Albanische Riviera

Albanische Riviera

Hafenstadt Saranda

Aber es gibt auch klassische Urlaubsorte wie Saranda im Süden des Landes. Von deren hufeisenförmigen Bucht ist sogar die griechische Insel Korfu zu sehen. Wer übrigens auf Korfu Urlaub macht, der kann auch mit einer Fähre direkt nach Saranda fahren. Auch von der italienischen Küste werden an manchen Orten wie Bari oder Brindisi Fahrten nach Albanien angeboten.  Im Sommer ist in Saranda sehr viel los, weil es auch der bevorzugte Ort von vielen Einheimischen ist. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass man keinen Platz findet. Daher würde ich immer zu einer der Buchten außerhalb der Stadt fahren.

Am Strand kann man sich Paddelboote mieten und mit ihnen übers Wasser schippern. Habt ihr mal genug vom Wasser könnt ihr euch auf einem der Basare die Zeit vertreiben. Das ist einer meiner persönlichen Favoriten, denn an den Ständen wird alles angeboten. Von frischem Obst bis zu Souvenirs gibt es hier alles.

Saranda Albanien

Saranda, Albanien

Badeort Ksamil

Der kleine Badeort Ksamil liegt direkt gegenüber von Korfu und ca. 15 km hinter Saranda. Die kilometerlange Küste wird ergänzt durch ein paar Inseln, die in unmittelbarer Nähe von Ksamil sind. Zu diesen kann man entweder schwimmen oder mit sich mit einem Boot übersetzen lassen. Die Küste besteht größtenteils aus Kies- und Sandstrand, wodurch es manchmal barfuß nicht so angenehm ist. Aber das Wasser ist kristallklar und lädt zum baden praktisch ein. Kommt man in der Nebensaison, dann sind die Liegestühle und Sonnenschirme noch nicht aufgebaut und man hat mit etwas Glück den Strand fast für sich allein. Besonders prägend sind auch die vielen Stege, die ins Meer hineinragen.

In den Restaurants werden frischer Fisch und Meeresfrüchte angeboten. Und während dem Essen kann man in aller Ruhe die schöne Aussicht aufs Meer genießen. Für mich ist der frische Fisch jedes Mal ein Highlight. Wenn man in Deutschland weit weg vom Meer wohnt, merkt man besonders den Unterschied zu dem “frischen” Fisch, der hier importiert wird. Neben traditionellen albanischen Gerichten gibt es auch vieles aus der italienischen Küche. Pasta und besonders die Pizza schmeckt in Albanien erstaunlich gut. Erwähnenswert ist, dass die Preise erschwinglich sind und man wirklich ausreichend versorgt ist.

Sonnenuntergang bei Ksamil Albanien

Sonnenuntergang Ksamil Albanien

Wandern

Für Leute, die es aber mehr in den Beinen kribbelt als mich, gibt es abseits des Meeres aber noch deutlich mehr zu entdecken. Die Landschaft ist in weiten Teilen eben, mit kleineren Bergen versehen. Im Norden dagegen gibt es malerische Bergketten. Als einer von 14 Nationalparks ist ein besonderes Ziel der Theth Nationalpark. Er zeichnet sich durch die steilen Hänge aus und der höchste Gipfel ragt über 2692 m in die Höhe. Benannt nach dem winzigen Dorf Theth im Norden, gelangt man auf nur selten besuchten Schotterstraßen von einem Dorf zum nächsten. Die Wanderwege sind markiert, aber man kann sich auch in den Ortschaften einen Führer zu Hilfe holen. Auf dem Weg durch die unberührte Wildnis hat man eine tolle Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel der albanischen Alpen. In den Bergwäldern kann man nur dort vorkommende Pflanzen und Wildtiere beobachten.

Teth Nationalpark, Berge und Wälder Albanien

Teth Nationalpark, Berge und Wälder Albanien

Abschließend

Für viele ist Albanien nicht das go-to Reiseziel. Das mag wahrscheinlich daran liegen, dass es bis zum Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1991 kein sicherer Ort für Ausländer war. Da ich aber erst danach geboren wurde habe ich von der Schreckensherrschaft nicht viel mitbekommen, außer durch Geschichten. Was ich heute sagen kann, ist, dass man ohne Bedenken das Land erkunden kann. Egal ob man dabei Familie besucht, oder einfach den ländlichen Charme erfahren möchte. Daher kommen auch immer mehr Leute auf die Idee, ihren Urlaub mal in Albanien zu verbringen.

Luka Rjolli