Ein weiteres Mal hat die Formel 1 in Italien halt gemacht. Jetzt war es Imola, in der Region Emilia-Romagna. Eigentlich ein Heimspiel für den legendären Rennstall Ferrari. Doch auf dieser Strecke in Imola macht die Konkurrenz um Mercedes den Konstrukteurs-Titel klar. Bedeutet die beiden Mercedes Fahrer haben im verlauf der Saison so viele Punkte gesammelt, dass die Silberpfeile uneinholbar sind. Für den deutschen Sebastian Vettel war das Ferrari-Heimspiel mit dem 13. Platz eine komplette Enttäuschung.

Die Emilia-Romagna ist zum einen Heimat des Luxus-Autobauers Ferrari, darüberhinaus aber auch Ursprung weiterer großer Marken, wie Lamborghini, Maserati und Ducati. So wird die Region Emilia-Romagna auch „Land der Motoren“ genannt. Doch neben den populären Automobilherstellern hat die Region Emilia-Romagna auch viele wunderbare Orte zu bieten, welche es sehr lohnenswert machen diese zu besuchen.

Viele Ferraris in Maranello

Zu Beginn schauen wir auf die Provinz Modena. Bei einem Besuch der Provinz wäre der erste Tipp für alle Motorsport Fans. Denn der Ursprung des Autobauers Ferrari befindet sich in der Stadt Maranello in der Provinz Modena. Es lohnt sich auf jeden Fall einen Ausflug in die Kleinstadt zu machen und das Museo Ferrari zu besuchen. Hier werden richtige Klassiker von Ferrari ausgestellt, genauso wie ehemalige Formel 1 Boliden. Dass der Rennstall fest in der Kultur der Stadt verankert ist, merkt man daran, dass der Ortseigene Pfarrer bei jedem Formel 1 Sieg von Ferrari die Kirchenglocken läutet.

Ferrari
Ferrari

Gegensätze in Modena

Unweit von Maranello entfernt liegt Modena, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Diese Stadt sollte man wirklich aufsuchen, wenn man in der Region ist. Da Modena Moderne mit alter italienischer Kultur verbindet. Modena ist zum einen Universitätsstadt, was viele junge Menschen anzieht. Die Universität ist zudem auch ein Aushängeschild der Stadt, da diese schon im Jahre 1175 gegründet wurde. Zudem verbindet man mit Modena auch die gute wirtschaftliche Infrastruktur, da sich hier sehr viele Unternehmen angesiedelt haben. Unter anderem auch der Autobauer Lamborghini. Zudem hat sich in der Stadt eine große alternative Szene gebildet, deren Zentrale ein soziales Zentrum bildet, wo hier sehr viele Feste Veranstaltet werden.

Man merkt. Modena ist eine Stadt der Gegensätze. Ein Gegensatz zur modernen Industrie und dem jungen alternativen leben bildet die historische Altstadt, welche gespickt ist mit alter Architektur und einer der Hauptgründe ist, Modena zu besichtigen. Hier wäre vor allem die Piazza Grande zu erwähnen. Auf diesem Platz kann man sich ein UNESCO-Weltkulturerbe genauer anschauen. Der Dom San Geminiano wurde 1997 zu eben jenem Kulturerbe ernannt und somit der ganze Stolz dieser Stadt. Doch das eigentliche Wahrzeichen von Modena ist ein Glockenturm. Die Torre Ghirlandina wurde im 14. Jahrhundert vollendet und wurde aus einer Kombination des römischen und des gotischen Stiles erbaut.

Es gibt noch viele weitere historische Bauten in Modena, zudem kann man hier über eine alte römische Straße schlendern und zwar die Via Emilia. Der Bau der Straße began 187 v. Chr. und führt in Modena durch die historische Altstadt und zu vielen großen Städten im Norden Italiens.

Durch die Arkaden schlendern in Bologna

Die Via Emilia führt auch zur Hauptstadt von Emilia-Romagna, nach Bologna. Im Gegensatz zu einigen anderen Städten der Region ist Bologna nicht wegen einem großem Automobilhersteller bekannt, sondern viel mehr wegen seiner Historie und seinem Essen! Bologna hat den schmeichelhaften Beinamen „la grassa“, was „die Fette“ bedeutet. Erhalten hat die Stadt den Namen aufgrund des gehaltvollen Essens, das aus Bologna kommt. Am populärsten sind wohl die Tortellini, die in Bologna ihren Ursprung finden. Wie man sich Erzählt ist die Nudel dem Bauchnabel der italienischen Liebesgöttin Venus nachempfunden. Ein weiteres kulinarisches Highlight aus Bologna ist die Wurst Mortadella. Wenn man also die Stadt besucht, weiß man auf jeden Fall wie man sich stärkt.

Bologna besitzt eine der größten und am Besten erhaltenen Altstädte Italiens und das Zentrum dabei bietet der Piazza Maggiore. Auf diesem Platz befindet sich die unvollendete Basilika San Petronio. Unvollendet deshalb, da der Bau ende des 14. Jahrhunderts ohne das Einverständnis des Papstes begann. Dieses Unanbhängigkeits-Begehren konnte der Papst nicht auf sich sitzen lassen und gab den Bau der Universität Archiginnasio in Auftrag. Aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen musste der Bau der Basilika San Petronio frühzeitig beendet werden. Auch wenn sie bis heute unvollendet ist, ist die Basilika die fünftgrößte Kirche der Welt. In der Archiginnasio befindet sich heut zu Tage die Stadtbibliothek.

Garnicht unweit vom Stadtzentrum entfernt befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, der Piazza Nettuno. Ein gut drei einhalb Meter hoher Brunnen, der von den Einheimischen „der Riese“ genannt wird. Interessanter Fakt hierbei ist, dass der Dreizack des Neptunbrunnens auch das Firmenlogo der Automarke Maserati ist. Und wenn man in Bologna ist, sollte man am Besten einfach unter die Arkaden abtauchen und so die Stadt erkunden. Die Arkaden sind viele kleine, enge Gassen in der der Altstadt welche zumeist überdacht sind. Hier spielt sich großes Getümmel ab. Die Leute treffen und unterhalten sich beim vorbeigehen, kleine Straßenkneipen und Läden haben offen und man bekommt hierbei ein sehr gutes Gefühl für den Charakter der Stadt.

Käse und Schinken in Parma

Nachdem hier schon öfters erwähnt wurde, dass die Region Emilia-Romagna so einige kulinarische schätze zu bieten hat, schauen wir uns jetzt einen Ort an, welcher hierbei dem Ganzen die Krone aufsetzt. Und zwar geht es nach Parma. Connaiseure unter uns wissen wohl ganz genau, weswegen die Stadt und Provinz Parma weltweit bekannt ist: Parmaschinken und Parmesankäse! Also am Besten den nächsten Markt hier in der Region aufsuchen und sich durch die lokalen Erzeugnisse probieren. Ausserdem stammt aus Parma auch der weltweit Berühmte Nudelproduzent Barilla.

Doch hat Parma neben all den kulinarischen Highlights auch noch einige andere Dinge zu bieten. Wenn ihr Parma erkunden wollt startet am Besten beim Piazza Garibaldi. Der Piazza Garibaldi bildet das Stadtzentrum, wo sich die Einheimischen bei den Restaurants, Bars und Cafes treffen. Dann sollte man sich das Baptisterium San Giovanni anschauen. Das sechsstöckige Oktogon aus rosa Marmor sieht sehr beeindruckend aus und ist definitiv einen Besuch wert. Weiterhin besitzt Parma eine wahre grüne Lunge: Den Parco Cittadella. Dies ist zum einen ein mittelalterliche Festung und zum anderen ein großer Park, der zum entspannen aber auch zum erkunden und laufen einlädt.

Adriaküste in Rimini

Als nächstes gehen wir eine Runde Baden nach Rimini. Rimini selbst, ist wohl bei den meisten als Ort für einen Badeurlaub bekannt. Habe ich selbst auch schon gemacht und es ist super, da man merkt, dass die Stadt voll auf Badespaß an der Adriaküste ausgelegt ist. Es gibt viele wunderschöne Ferienhäuser am Strand und entlang der Küste. Doch auch in der Stadt gibt es für Leute, die sich für Kultur interessieren ein paar Museen, die man sich anschauen kann. Abends kann man auch wunderbar durch die schöne Innenstand schlendern und bei einem der Restaurants die italienische Küche genießen und einen Lambrusco trinken.

Kulturstadt Ravenna

Man kann Rimini auch als Ausgangspunkt für andere Ausflüge nutzen. So ist die älteste Republik der Welt San Marino nur gut 11 Kilometer von Rimini entfernt. Oder man fährt in des etwas weiter entfernte Ravenna. Die Kulturstadt Ravenna haben wahrscheinlich die meisten gar nicht auf dem Radar, doch hat sie 8 UNESCO Weltkulturerbestätten inne.

Wie zum Beispiel die San Vitale. Diese Kirche wurde im 6. Jahrhundert errichtet und zählt als eines der bedeutendsten Bauten des Römischen Reiches. Zudem steht die San Vitale sinnbildlich für den Beinamen von Ravenna „Stadt der Mosaike“. Auch zu diesem Ruf beitragen tut das Mausoleum der Galla Placidia. Das Mausoleum ist wie die San Vitale mit vielen kostbaren Mosaiken bestückt und gehört auch zu den UNESCO Weltkulturerben. Darüberhinaus kann noch 6 weitere Kulturstätten anschauen und dazu noch viele weitere Kirchen und Museen. Also für jeden Kunst- und Kulturinteressierten ist hier etwas geboten!

Die Region Emilia-Romagna steht voll für das Leben in Italien. Die Region beinhaltet Kultur, Badestrände, eine weltweit bekannte Küche und ist zudem das Zentrum populärer Automobil Marken. Wenn das nicht das optimale Angebot für den nächsten abwechslungsreichen Urlaub ist, dann weiß ich auch nicht. Habt ihr schon einmal die Region Emilia-Romagna besucht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!