Wie oft ist das Zitat vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten schon benutzt worden und immer wieder aufs Neue kann man feststellen, dass es nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Wenn man als Tourist über New York einreist, dann sind die ersten Eindrücke faszinierend, ob man einmal, bereits mehrmals, oder sogar sehr oft hier war.

Nach einem Zwei-Tage Aufenthalt in New York ist eine solche Fülle an Eindrücken vorhanden, dass man erstaunt ist, dass es wirklich nur zwei Tage waren, die man dort zu Besuch war.

Ein Tag im Central Park

Ist es ein Zufall oder ein Beispiel für die unerschöpfliche Energie dieser Stadt, dass es kaum einen Tag gibt, der keine Überraschung auf Lager hält? Und heute? – Today’s Saturday, June 13th, 2015: Oakley New York Mini 10K. – Was ist das denn?

6.2 Mile Central Park Route

6.2 Mile Central Park Route

10.000 + Läuferinnen, die sich ein Wettrennen auf einem 6.2 Miles Parcour (oder 10.000 Meter, abgekürzt 10K) rund um den Central Park liefern. Von meinem Fenster im Restaurant des Mandarin Oriental Hotels kann ich beobachten, wie sich die Läuferinnen ab 7 Uhr bis um 8 Uhr frühmorgens versammeln. Zuerst einige Wenige, dann werden es immer mehr. Ein riesiger Ameisenhaufen aus der Sicht von oben aus dem 35. Stock im Time Warner Gebäude am Columbus Circle, Ecke Central Park, in dem sich das Hotel befindet. Hier ist auch der Start zum Lauf, der im West Drive an der 67. Straße endet. Nach nur 35 Minuten kommt die erste Läuferin schon ins Ziel, die anderen folgen nach und nach und wenn die letzten eintrudeln ist es schon 9 Uhr und später, denn hier ist es wie bei den Olympischen Spielen: „Dabeisein ist alles“. Die Freude der Teilnehmerinnen, den Lauf geschafft und das Ziel erreicht zu haben, steht den ‚runners‘ ins Gesicht geschrieben. Die Freude ist riesengroß. Ich freue mich mit den Mädels mit. Good job, great, you made it, well done … und so weiter und so ähnlich sind die meisten Worte, die man von allen Seiten hören kann. Überhaupt ist die positive Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Besucher und Beobachter bemerkenswert. Selbst die letzten Läuferinnen, die sich ins Ziel schleppen, werden noch angefeuert und für ihren Einsatz freundlich belohnt.

Die Besucher und Fans motivieren die ‚Runners‘ mit lauten Anfeuerungsrufen, Trillerpfeifen, Plakaten und phantasievollen Kostümen.

Der süße Lohn der Anstrengung. Party im Park. Die ungebremste Freude der Läuferinnen.

I love New York – Downtown Manhattan

In the meantime. In der Zwischenzeit lief das normale Leben in Downtown Manhattan wie gewohnt weiter. Das heisst, die restlichen 10 Millionen New Yorker, die beim Mini 10K Cup nicht dabei waren, machten das, was sie immer machten: Atmen, Lachen, Weinen, Essen, Shoppen, Yoga, Beten, Arbeiten … et cetera. Auf dem Weg durch die Stadt beobachte ich viele Szenen, die mir einen Klick auf den Auslöser wert sind. Hier eine kleine Auswahl der Fotos auf dem langen Marsch von Uptown Richtung Downtown und mit einer Blase auf der Ferse wieder zurück.

Walk on the High Line

Dip didip dididididip didip take a walk on the wild side

Bei einem Spaziergang über die High Line, eine stillgelegte Hochbahnstrecke, ist der Song von Lou Reed als Ohrwurm geeignet, weil er nicht aus dem Kopf will und man sich über die rostigen Gleise und den mit viel Grün bepflanzten Spazierweg im Takt fortbewegt. Die meisten Besucher schlendern allerdings gemächlich entlang und nützen die Gelegenheit, die Stadt entschleunigt aus einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen. Man klettert dazu in der Gansevoortstreet eine Treppe hoch und läuft dann 10, vielleicht auch 12 m höher über dem normalen Straßenverkehr auf einer ehemaligen Stadtbahntrasse in Richtung 34. Straße. Zumindest so lang und so weit man will. Die High Line ist eine Freßgass‘ oder ein Showroom, eine Straße des Friedens und der Kunst. Sie ist immer gerade das, was man darin sehen und gerne machen möchte. Ladies and gentlemen: This is the High Line!

In der Mitte von Hells Kitchen

So furchtbar wie der Name vermuten lässt, ist der Block in Midtown Manhattan auf keinen Fall. Die Höllenküche liegt zwischen Times Square und Hudson River, zwischen Lincoln Tunnel Downtown und Central Park Uptown. Zentraler geht es nicht. Man kommt hier zwangsläufig irgendwann mal durch. Auf dem Weg zurück zum Hotel war ich überrascht, als es hinter einer Ecke irgendwo einen offenen Block gab, wo sich die kids trafen, herumhingen, Basketball spielten, oder Netball trainierten. Zwischendurch kreiste auch mal ein Joint, nicht sehr auffällig, aber auch nicht sehr versteckt und heimlich. Als ich sie fragte, ob sie zwei Sekunden Zeit für ein Foto hätten, war der Bann ziemlich schnell gebrochen und es war nicht schwer, mit den kids in Kontakt zu kommen, die wissen wollten, wer wo wie wann was ich hier mache und warum ich um Gottes willen in Hells Kitchen gelandet bin? Ja man, hells kitchen neighborhood okay.

Columbus Circle und Times Square

Ein Besuch des Times Square ist ein Pflichttermin für ordinäre New York Touristen wie mich. Denn hier pulst das Herz der Stadt. Zumindest aus der Sicht des Touristicus germanicus, der von den hyperdimensionalen Videodisplays beeindruckt ist, im Gegensatz zu den Ureinwohnern, die die Menschenansammlungen nutzen, um knappe Botschaften unters Volk zu bringen: „Jesus loves You“, „T-Mobile will Pay Off your phones“, „Dein eigener Name Coke“ … was vermutlich so zu verstehen ist, dass man, wenn man eine bestimmte Nummer anruft, eine Coke Dose mit seinem Namen auf der Dose erstellen lassen kann. In meinem Falle wäre das Bernie Coke oder Schray Coke? Ich war mir nicht so wichtig, dass ich es ausprobiert hätte, aber “In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes”, prophezeite 1968 Andy Warhol. 2015 kann man das mit einer Dose Coke schaffen 😉

New-York, Times-Square
Times Square New York

Vom Times Square sind es nur einige wenige Minuten zum Columbus Circle. Hier an der Ecke zum Central Park stehen mehrere imposante Gebäude. Das Time Warner Center. Das Mandarin Oriental Hotel.

Wer es sich leisten kann, ist hier in einer der besten Adressen in Manhattan untergebracht.

Columbus-Circle, New-York, Ecke Central Park

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