Göteborg ist in meinen Augen einer der interessantesten Orte Europas. Kaum eine andere Stadt bietet so viele Möglichkeiten wie die größte Hafenstadt Schwedens. Göteborg verbindet junge Studentenkultur mit Altstadteleganz, gemütliche Cafés mit pulsierendem Nachtleben und unberührte Natur in seinem grünen Gürtel mit modernen Bauten in der City. Wenn Du nach Abwechslung suchst, dann könnte Göteborg ganz oben auf deiner Liste der „places to be“ rangieren.

Skansen Kronan

Skansen Kronan

Das Erste was Du machen solltest, wenn Du in Göteborg angekommen bist, ist den Risåsberget hinaufsteigen und dir einen Überblick über die ganze Stadt verschaffen. Auf dem Hügel befindet sich das sogenannte Skansen Kronan. Dies war eine Verteidigungsanlage, welche 1698 erbaut wurde um die Stadt vor Angriffen der Norweger zu schützen. Man muss schon einige Stufen erklimmen, um hier hoch zu kommen, aber es lohnt sich allemal. Von Skansen Kronan hast Du einen tollen Ausblick über die verschiedenen Stadtteile, bei denen dir sofort die Altstadt Haga auffallen wird, welche sich durch viele Kupferdächer auszeichnet. Zudem kann man auf dem Hügel noch alte Gemäuer und Schießanlagen anschauen oder im Café entspannen und den Blick über die Stadt genießen.

Haga

Blick über Haga zu Skansen Kronan

Haga ist wohl der gemütlichste Teil der Universitätsstadt Göteborg. Die Altstadt zeichnet sich auf den ersten Blick durch seine vielen bunten Holzhäuschen und die mit Kopfstein gepflasterten Straßen aus. Darüber hinaus fallen einem sofort die unzähligen kleinen Cafés, Bäckereien und Einkaufsläden ins Auge.

Fika

Göteborger bezeichnen ihre Stadt nicht umsonst als die Hauptstadt des „Fika“. „Fika“ gilt hier als Bezeichnung einer Art Kaffeerunde, zu der sich die Schweden hinreißen lassen. Aber nicht nur die Schweden tun es, auch Du solltest es tun! Glaub mir, es gibt nichts Gemütlicheres, als im Café Husaren zu sitzen, einen Kaffee zu genießen und dabei die größte Zimtschnecke Schwedens zu verspeisen. All die kleinen Läden versprühen ihren ganz eigenen Charme. Egal wo Du landest, jeder Laden hat seinen eigenen charmanten Stil, das Personal ist super freundlich und Kommunikation ist auch kein Problem, da hier anscheinend jeder Englisch sprechen kann. Man kann nur froh sein, dass damals die Häuschen nicht abgerissen wurden und Haga mit seiner ganzen Gemütlichkeit noch existiert

Feskekôrka

Göteborg besitzt eine eigene Kirche des Fischs. Kein Scherz. Für jeden Fan von frischem Fisch ein Muss. Das von Victor von Gegerfelt 1874 entworfene Gebäude war damals ein statisches Projekt, da die „Kathedrale“ von keiner Säule getragen wird und nur auf ihren Aussenwänden steht. Wenn man die Feskekôrka betritt, sieht man einige Stände, welche den Fang vom frühen Morgen verkaufen, aber auch im Obergeschoss ein Restaurant, welches den Fisch zu köstlichen Gerichten weiterverarbeitet. Fernab des Restaurants kann man hier durch einen Fischmarkt schlendern und sich durch die Stände probieren und mit den Verkäufern plauschen. Man kann sich hier auch einen kleinen Snack-2-Go holen, auch wenn hier Preislich einiges sehr teuer ist.

Maritiman

Schifffahrt in Göteborg

In der Nähe der Oper in Göteborg siehst Du 20 miteinander vertäute Schiffe. Am Fluss Götä älv befindet sich ein Museum, bei dem Du eben diese Schiffe anschauen und Wissenswertes über sie herausfinden kannst. Ich hatte eine Führung durch den Destroyer HMS Småland. Das Schiff wurde 1952 gebaut und 1978 in den Ruhestand versetzt. Die Frau, die die Führung leitete war sehr sympathisch und konnte mit einem breiten Wissen über die Historie der Schwedischen Schifffahrt glänzen.

Das Schiff selbst war auch mega spannend, denn ich durfte zum Einen in die Aufenthalts- und Schlafräume der Besatzung – was für mich teilweise sehr beklemmend war – ; aber auch in die Stuben der Offiziere, die im Vergleich sehr komfortabel waren. In diesen Stuben und auf diesem Schiff, soll auch angeblich das damalige Königspaar unterwegs gewesen sein. Zudem durfte ich die Geschütze des Schiffes bestaunen und bekam noch Hintergrundinformationen zum Alltag der Besatzung. Nach der Führung durfte ich mir auch noch kurz die anderen Schiffe anschauen, aber der Zerstörer war schon das Highlight.

Die grüne Lunge Göteborgs

Göteborg hat viele weitläufige Parks, welche in hervorragendem Zustand sind und einen bunten Botanischen Garten. Der Botanische Garten ist etwas außerhalb der Stadt, man kann in circa einer halben Stunde hinlaufen oder man benutzt die Straßenbahn, welche direkt davor hält. Es ist der größte Botanische Garten Nordeuropas und misst ganze 175 Hektar zusammen mit dem anliegenden Naturschutzgebiet. Man kann bis zu 16.000 unterschiedliche Pflanzenarten finden, Führungen buchen oder sich individuell beraten lassen. Highlight ist der Steingarten im östlichen Teil des Areals. Hier kann man zum Beispiel an einem Wasserfall entspannen oder einen Hügel hoch gehen und von dort aus den Botanischen Garten von oben betrachten oder zum Slottsskogen hinüberschauen. Slottsskogenist mein Lieblings Park in Göteborg.

Der Park ist in top Zustand und rund um die Uhr offen. Er beinhaltet einen großen Tierpark, bei dem man Rehe, Pinguine, Vögel, aber auch Elche beobachten kann. Wer ausgewachsene Elche sehen will, sollte vielleicht ein Fernglas im Gepäck haben. Denn die Elche leben sehr zurückgezogen und der Park ist mit seinen 137 Hektar sehr weitläufig. Es kann aber auch sein, dass ich einfach die falsche Route gelaufen bin und deshalb die Elche nicht wirklich zu Gesicht bekam. Zudem hat Slottsskogen einen großen Spielplatz an dem man sich sogar die Spielsachen ausleihen kann. Durch seine riesige Fläche befinden sich auch Fußball- und Beachvolleyballplätze in dem Park und er ist perfekt geeignet zum Joggen. Dennoch gibts es genug andere Parks und Grünflächen in Göteborg, wie den Trädgårdsföreningen, der seit 1992 unter Denkmalschutz steht.

Südliche Schären

Das absolute Highlight in Göteborg ist der Schärengarten! Auch wenn ich hier nur auf einer der großen Inseln war hat es sich mehr als gelohnt. Ich bin mit der Fähre nach Styrsö übergesetzt und bin dann einfach drauf los gewandert. Das empfehle ich Jedem. Denn nur so kann man diese traumhaften Inseln richtig erkunden. Sei es die unberührte Natur oder die Küsten, alles ist so schön an diesem Ort, man will hier gar nicht mehr fort.

Auf den südlichen Schären sind motorisierte Vehikel komplett verboten, ausser für Anwohner der Inseln, welche eine extra Lizenz für ihre Fahrzeuge haben. Zu den nördlichen Schären gelangt man am Besten mit dem Auto, hier gibt es auch Schiffe die Autos auf die Inseln rüber bringen. Auf den nördlichen Schären war ich nicht, die südlichen haben sich besser angeboten, da sie vom Stadtzentrum einfacher zu erreichen sind. Du solltest dir selber ein Bild davon machen und das Kontrastprogramm zur Stadt genießen.

Ein kleiner Tipp

An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp für Freunde von Burger. Bei „Holy Cow Burgers“ habe ich den besten Burger meines Lebens gegessen! Und ich hatte schon verdammt viele Burger in meinem Leben. Doch hier hat alles gepasst. Die Zutaten waren frisch, die Soße einzigartig gut und der Burger selbst war sehr saftig. Zudem bekommt man für sein Geld eine riesige Portion. Ich empfehle das hier an dieser Stelle, da Schweden eine populäre Burger-Kultur hat und man in anderen Burger Läden in dieser Stadt teilweise mehr als enttäuscht wird. Also, Guten Appetit!

Ich hoffe Dir hat mein kleiner Einblick über die schöne und gemütliche Stadt Göteborg gefallen. Warst Du schon mal in Göteborg und hast weitere Tipps? Oder hast Du in naher Zukunft vor die Stadt im Süden Schwedens zu besuchen? Lasst es mich wissen und schreib einen Kommentar.

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