Andalusien ist die wärmste Region auf dem europäischen Festland. Das Klima war auch einer der Gründe, warum ich mein Auslandssemester dort machen wollte.

Im Oktober noch entspannt an einem Strand liegen zu können ist unbestreitbar ein Stück Lebensqualität.

In meiner Zeit im Süden Spaniens war ich aber nicht nur in Sevilla und der direkten Umgebung, sondern habe auch viele Trips in die umliegenden Städte und Orte unternommen. Während es in der Region wirklich einige schöne Ziele und Aktivitäten gibt, hat nicht jeder, wie ich ein halbes Jahr Zeit, um sie alle auszuprobieren.

Deshalb gibt es hier jetzt die meiner Meinung nach besten sechs Ziele, welche von Sevilla aus gut erreichbar sind.

Simon Uhl
Blogautor Simon Uhl

Reisen im Süden Spaniens  

Wie reist man am besten im Süden Spaniens?

Meiner Erfahrung nach gibt es zwei gute Möglichkeiten: Entweder mit der Bahn oder mit einem Auto. Reisebusse oder Mitfahrgelegenheiten sind oft nicht zuverlässig und werden von mir definitiv nicht empfohlen.

Das Zugnetz in der Region ist recht gut ausgebaut und die Fahrten sind günstiger, als man es in Deutschland gewöhnt ist. Auch mit der Pünktlichkeit hatte ich nie Probleme. Das Maximum waren 15 Minuten Verspätung, da bin ich von der Deutschen Bahn mehr Wartezeit gewöhnt.

Sevilla Andalusien
Sevilla Andalusien

Man sollte lediglich im Vorhinein überlegen, welche Züge man für den Hin- und Rückweg nehmen möchte, weil manche Strecken einfach nicht so viel befahren werden und ein verpasster Zug zu längerer Wartezeit führen kann.

Die Alternative zum Zug ist ein Mietwagen. Das ist zwar etwas teurer im Vergleich zu den öffentlichen Transportmitteln, aber auch deutlich flexibler. Die spanischen Autobahnen sind mit 120 km/h maximaler Geschwindigkeit relativ entspannt und das Verkehrsaufkommen ist auch in Stoßzeiten vergleichsweise gering.

Probleme, in einer Innenstadt einen Parkplatz zu finden, hatte ich vergleichsweise geringe.

Bahnhof Spanien
Farbenbunte Bahnhofshalle in Spanien
Hafen und Kathedrale von Cádiz
Hafen und Kathedrale von Cádiz

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Andalusien besuchen?

Der Tipp der Einheimischen: Cádiz

Das kleine Hafenstädtchen ist in den meisten Reiseführern sträflich unterrepräsentiert. Dabei war es einer der ersten Tipps, den man von den Einheimischen bekommt, wenn man nach Ausflugszielen fragt.

Die Halbinsel hat einfach einen gewissen Charme. Das liegt zu einem guten Teil an den schön erhaltenen alten Hafenanlagen und anderen Gebäuden aus der Kolonialzeit, als Cádiz zu einem der wichtigsten Häfen Spaniens wurde.

Wenn man dort ist, solange es noch warm ist, empfehle ich definitiv, Badesachen einzupacken. Cádiz hat nämlich einige sehr schöne Strände. Aber auch wenn es nicht so warm ist oder man einfach keine Lust hat, am Meer zu entspannen, lohnt sich ein Besuch hier. Durch die Stadt zu schlendern ist wirklich eine tolle Erfahrung.

Je nachdem, was einen interessiert, kann man sich die Santa Cuevas, eine unterirdische Kirche mit Gemälden von Goya anschauen, die alten Festungen am Hafen besichtigen oder einfach am Meer frischen Fisch essen gehen.

Cadiz in Spanien
Cadiz in Spanien
Cádiz in Spanien
Cádiz in Spanien

Die viertgrößte Stadt Südspaniens: Granada

Die viertgrößte Stadt in Südspanien besticht vor allem mit ihrer Altstadt und selbstverständlich der Alhambra.

Meine Empfehlung für einen Besuch in der Stadt ist, in der Altstadt zu starten und von dort aus gemütlich aus der Innenstadt heraus den Hügel hoch zur Alhambra zu laufen. Dafür sollte man allerdings eine grundlegende Fitness mitbringen, die Strecke beinhaltet einige Höhenmeter.

Obwohl die Tour etwas anstrengender ist, lohnt sie sich aber definitiv. Die Altstadt ist schön und bietet viele charmante, kleine Cafés, um eine kleine Pause einzulegen und Koffein zu tanken.

Während des Aufstiegs zur Alhambra bietet sich ein toller Ausblick auf die Stadt und die Burg selbst ist nicht ohne Grund Weltkulturerbe und eines der in Europa am häufigsten besuchten Ziele.

Die Alhambra gilt als besonderes Beispiel von maurischem Architekturstil und islamischer Kunst in Europa. Dass sie noch so gut erhalten ist, verdanken wir der Legende nach dem Fakt, dass der letzte maurische Herrscher der Stadt, Muhammed XII., nach langer Belagerung zu der Bedingung aufgegeben haben soll, dass die Burg und ihre Parkanlagen erhalten bleiben und nicht geschleift werden.

Ich empfehle jedem Besucher eine Führung durch die Burg und ihren Park zu machen. Diese kostet zwar rund 35 €, ist das aber auch meiner Meinung nach wert.

Allerdings sollte man das vorher online buchen, sonst kann es sein, dass man am Ende vor der Tür steht und leider kein Ticket mehr bekommt.

Das ist mir bei meinem ersten Besuch widerfahren!

Granada Blick von der Alhambra bei Nacht
Granada Blick von der Alhambra bei Nacht
Granada Alhambra
Granada Alhambra

Ronda     

Von der Großstadt Granada wieder zurück zu einem kleineren Ort. Hier empfehle ich mit dem Auto anzureisen, da die kleine Ortschaft leider nicht sehr gut an das Bahnnetz angebunden ist und man von Sevilla fast drei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

Den Besuch möchte ich trotzdem jedem ans Herz legen, der keine Höhenangst hat. Die Stadt liegt nämlich auf einem Felsplateau und sobald man irgendwo an ihren Rand kommt, bietet sich ein außergewöhnlicher Anblick, eine beinahe unendlich scheinende Steilwand hinunter. Am Rand dieser Abgründe gibt es auch einige Restaurants, in denen man mit einzigartigem Panorama Blick über die umliegende Landschaft Andalusiens essen kann.

Außer einem Spaziergang den Rand des Ortes entlang kann man einige historische Gebäude wie die arabischen Bäder oder den Palast Mondragon besichtigen.

Mir hat in der Stadt besonders gut die große Stierkampfarena gefallen. Einen Kampf habe ich mir zwar nicht angesehen, aber dafür die Anlagen und das informative Museum über die Tradition der Stierkämpfe in Spanien.

Das Ticket dafür ist mit 6,50 € auch nicht wirklich teuer.

Ronda Andalusien
Ronda Andalusien
Ronda Andalusien
Ronda Andalusien
Stierkampf in Spanien
Stierkampf in Spanien

Málaga

Die sechstgrößte Stadt Spaniens hat mir besonders wegen ihrer ausladenden Hafenpromenade gefallen. Hier kann man stundenlang schön an Stränden, Häfen und Cafés vorbeischlendern und sich das Meer und die Hafenanlagen anschauen.

Außerdem hat die Innenstadt von Málaga einiges zu bieten.

Das Museo Picasso stellt mehr als 200 Werke des bekannten Künstlers aus Málaga aus und ist mit 9 € Eintritt auch nicht sonderlich teuer. Historisch und architektonisch Interessierte können die Festung Alcazaba und die Kathedrale Catedral de la Encarnación besichtigen.

Beide sind definitiv einen Besuch wert.

Córdoba

Die letzte Stadt, deren Besuch ich empfehlen möchte, ist Córdoba. Hier könnte ich von den beeindruckenden Bauten aus der Antike berichten, die es in der Stadt noch zu sehen gibt, wie zum Beispiel die römische Brücke oder das einzigartige Schloss Alcázar de los Reyes Cristianos, das auf dem Fundament römischer Bäder steht.

Aber für mich gibt es in der Stadt ein Ziel, das alle anderen überschattet: die Mezquita-Catedral de Córdoba.

Das Gebäude wird auf Deutsch treffenderweise Kathedralmoschee von Córdoba genannt. Denn es handelt sich dabei um eine Kreuzung aus einer Mosche und einer christlichen Kirche, wie ich es sonst noch nirgends gesehen habe.

Das 23.000 Quadratmeter große Gebäude war einst eine Mosche, errichtet aus alten 856 Säulen aus Jaspis, Onix, Marmor und Granit, welche noch auf die römische Antike in der Stadt zurückgehen. Die Bögen, welche von diesen Säulen gestützt werden, sind nicht einheitlich. Das Gotteshaus wurde in seiner knapp 500-jährigen Zeit als Moschen vier Mal erweitert und dabei der neue Teil immer im aktuellen Stiel der Zeit gehalten.

Cordoba-Mezquita-Cathetrale
Cordoba Mezquita Kathetrale

Dazu wurde im 16. Jahrhundert in dem Gebäude eine christliche Kirche errichtet. Die Mihrab und die Kuppel der Moschee sind allerdings wie der Großteil des restlichen Gebäudes unangetastet geblieben.

Läuft man heute durch das Gebäude, hat man das Gefühl, durch ein kulturelles Kaleidoskop zu blicken. Christliche, islamische und römische Architektur aus mehreren Jahrhunderten verschmelzen zusammen in einem Gebäude.

Jeder, der Córdoba besucht, sollte die 11 € für den Eintritt und einen Audioguide investieren.

Praia da Marinha

Zugegeben, dieses Ziel ist etwas geschummelt, liegt der Stadt doch nichtmehr in Andalusien, sondern jenseits der Grenze zu Portugal an der Algarve. Trotzdem möchte ich ihn hier noch als Tipp unterbringen.

Auf dieses Zeil bin ich auch über die Empfehlung von Einheimischen in Sevilla gekommen. Diese versprachen mir, dass sei der schönste Strand Europas und auch die zwei Stunden Fahrt dorthin wert.

Und ich kann diese Einschätzung nur bestätigen. Der Strand an den Steilhängen ist wirklich wunderschön und wird nur von solchen übertroffen, die ich bei meinen Reisen außerhalb des europäischen Festlandes gesehen habe. Besonders machen diesen auch die Höhlen direkt am Wasser, in denen man sich im Schatten entspannen kann, wenn einem die Sonne zu viel wird. Mir hat es dort so gut gefallen, dass ich den Strand trotz des weiten Weges am Ende mehrmals besucht habe.

Praia da Marinha
Praia da Marinha

Wer also einfach nur einen Tag an einem schönen Strand verbringen möchte, ist hier genau richtig.

Ich hoffe hier ist jetzt für jeden Geschmack wenigstens ein Ziel dabei und wünsche viel Spaß dabei, Südspanien zu erleben.

Simon Uhl

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