Erste Reiseerfahrungen nach den Lockerungen

Während der Flugverkehr zur Corona Hoch-Zeit fast vollständig zum Erliegen gekommen ist, starten mittlerweile wieder Maschinen von deutschen Flughäfen in alle Welt. Zwar ist es in der Luft vergleichsweise aktuell noch deutlich leerer als im April 2020, dennoch ist die Möglichkeit in fremde Länder zu fliegen wieder gegeben. Gedämpft wird die Reiselust durch die immer noch grassierende COVID-19 Pandemie. Deshalb kommt die Frage auf: Wie kann man unter diesen Umständen reisen? Ist nur das eigene Auto sicher, oder sind Flüge in ferne Länder wieder möglich?

Um diese Frage zu beantworten, hier meine Erfahrungen, wie es ist, während Corona zu fliegen.

Am Flughafen

Sobald man aktuell einen Flughafen betritt, wird einem klar, die Fluggesellschaften nehmen COVID-19 nicht gerade auf die leichte Schulter. Überall sind Schilder die einen Auffordern Masken zu tragen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu den anderen Fluggästen einzuhalten. Erfreulicherweise wird sich auch allgemein darangehalten. Gerade im Vergleich zu Bahnhöfen, an welchen man immer wieder Personen ohne oder mit falsch getragener Maske beobachten kann, ist mir das am Flughafen nicht begegnet.

Das liegt vermutlich auch daran, dass Sicherheitspersonal und Angestellte der Airlines im ganzen Gebäude darauf achten, dass die Hygiene Vorschriften eingehalten werden. Sowohl bei der Gepäckaufgabe, als auch bei der Sicherheitskontrolle und an den Terminals sind überall Markierungen, die zeigen, wie weit entfernt man stehen muss, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.

Da es nicht immer möglich ist, zum Personal im Flughafen den geforderten Abstand einzuhalten, sind an solchen Punkten Plexiglasscheiben zwischen den Fluggästen und dem Personal angebracht, um einen Schutz zu gewährleisten. Der einzige nähere Kontakt findet bei der Sicherheitskontrolle statt, wo er unvermeidbar ist.

Sicherheitskontrollen

Die Sicherheitskontrolle selbst geht in der aktuellen Situation erfreulich schnell vonstatten. Da wenige Flüge anstehen, ist das Aufkommen von Personen an den Kontrollen sehr gering und es entstehen kaum Wartezeiten. Ich habe nie länger als 20 Minuten vom Betreten des Flughafens, bis zu meinem Abfluggate gebraucht.

Um sowohl an den Sicherheitskontrollen als auch beim Boarding die benötigte Zeit zu verringern und einen schnellen und kontaktlosen Ablauf zu gewährleisten ist aktuell nur ein Handgepäckstück pro Fluggast erlaubt. Wer mehr Gepäck benötigt, sollte darauf achten, sich dieses dazu zu buchen.

An den Gates wird auch auf Sicherheit geachtet. Die Cafés, Bars und Restaurants im Abflugbereich halten sich genau wie ihre Pendants außerhalb des Flughafens an die gegebenen Sicherheitsbestimmungen. Die Tische sind so gestellt, dass Abstand gewahrt wird, die Maske darf nur am eigenen Platz zum Essen oder Trinken abgenommen werden.

Die Sitzgelegenheiten an den Gates selbst sind weiter auseinandergerückt und jeder zweite Sitz gesperrt. Außerdem sind benachbarte Gates oft ungenutzt, wodurch auch beim Warten auf das Boarding kein naher Kontakt zu Mitfliegern entsteht.

Das Boarding selbst läuft aktuell geordneter ab, als man es gewohnt ist. Viele Fluggesellschaften teilen die Gäste in mehrere Gruppen ein und lassen diese nacheinander an Board. So entsteht kein Gedränge. Auch wenn das nicht der Fall ist und nur in den gewohnten zwei Gruppen aufgerufen wird, wird darauf geachtet, dass in der sich bildenden Schlange der Sicherheitsabstand gewahrt wird.

Im Flugzeug

Auch im Flieger gilt weiterhin Maskenpflicht. Und diese wird auch rigoros durchgesetzt. Auf meinen Flügen bin ich einer Person begegnet, welche die Maske abgenommen hatte und sofort vom Bord Personal dazu gebracht wurde, diese wieder anzuziehen. Ohne Maske darf man aktuell auch kein Flugzeug betreten und die Fluggesellschaften machen Gebrauch von ihrem Hausrecht, um jedem den Zutritt zu verweigern, der sich weigert, eine Maske zu tragen.

Auch der Service an Bord ist zum Reduzieren von Kontakt stark verringert und auf kurzen Flügen gibt es aktuell keine Getränke oder Ähnliches. Auf längeren Flügen gibt es zwar Service, viele Fluggesellschaften geben allerdings nur Getränke in Flaschen heraus, damit keine offenen Becher herumstehen und zu einer Krankheitsübertragung beitragen können.

Die Flugzeuge sind in der Regel normal besetzt. Während zum Anfang der Corona Krise zwar oft die Rede davon war, den Flugbetrieb mit leeren mittleren Sitzen wieder aufzunehmen, haben die Fluggesellschaften diese Praxis mittlerweile größtenteils wieder eingestellt.Plätz

Das Hauptargument der Fluggesellschaften für die Sicherheit ihrer Flüge ist die gute Filterung der Luft in den Flugzeugen. Diese funktioniert ähnlich wie bei einem Operationssaal. Frische Luft wird von außen in das Lüftungssystem des Flugzeugs eingespeist. Diese wird dem Innenraum über die Decke zugeführt und die verbrauchte vom Boden aus abgesogen. Dabei wird die ganze Luft durch sogenannte Hepa-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) geleitet. Diese können auch Bakterien und Vieren aus der Luft filtern. Dadurch wird die gesamte Luft im Innenraum eines Flugzeugs alle zwei bis drei Minuten ausgetauscht. Ob das allerdings die Verbreitung des Virus verhindert ist bisher noch weder bewiesen noch widerlegt, da es an einer wissenschaftlichen Studie zu dem Thema fehlt. Das liegt vor allem daran, das COVID-19 ein sehr neues Virus ist und der zwischenzeitliche Zusammenbruch des Flugverkehrs im März langfristige Beobachtungen unmöglich gemacht hat.

Rückkehrer aus Risikogebieten können sich an allen deutschen Flughäfen kostenlos auf COVID-19 testen lassen. Die Testzentren sind an allen Flughäfen gut ausgeschildert und leicht zu finden. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig und die Testergebnisse werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden bekannt gegeben. Innerhalb dieser Zeit werden die Reisenden gebeten eine häusliche Quarantäne einzuhalten.

Aktuelle Reisewarnungen COVID-19 betreffend finden sie hier.