Moderne, Tradition, Natur. Dies sind die ersten Begriffe, die mir einfallen, wenn ich an Japan denke. Der Inselstaat weckt schon seit einiger Zeit mit seiner modernen fortschrittlichen Kultur mein Interesse. Ich hatte im frühen Jugendalter eine Faszination für Videospiele, Manga und Anime entwickelt. Viele Geschichten der japanischen-Popkultur sind in Tokio, das ist die Hauptstadt Japans, angesiedelt. Doch je weiter ich mich mit der Thematik beschäftigte, interessierte ich mich immer mehr für Tradition und Natur des Landes.

Natur und Tradition sind essentielle Bestandteile der Filme des Studio Ghibli, welches mittlerweile auch im Westen populär geworden ist. Die Geschichten von Hayao Miyazaki, dem Vater des Animationsstudio Ghibli, entführten mich zumeist in ein mystisches traditionelles Japan, weit entfernt vom riesigen zukunftsgeprägten Tokio. In eine Welt, die mich seitdem nicht mehr los lässt und in mir den Traum weckte, dieses Land zu besuchen.

Bisher habe ich es noch nicht in das entfernte Japan geschafft, dennoch ist eine Reise fest eingeplant. Wenn du auch Lust hast eine komplett andere Kultur, als die Westliche kennenzulernen, dann lass dich von mir begeistern und folge mir und meinem Traum.

Was einem zuallererst bewusst wird, wenn man mit dem Gedanken spielt nach Japan reisen zu wollen, dann, dass es extrem teuer wird. Japan ist eine Industrienation mit hohem Lebensstandard. Die Kosten für Lebensmittel sind auf europäischem Niveau oder deutlich darüber. Preise für eine Unterkunft variieren von Ort, Lage und Saison von 40 € bis hin zu 200 € pro Nacht. Für Hin- und Rückflug von Deutschland aus kannst du mit ca. 1.500 € rechnen. Und in all dem sind weitere Ausgaben für unterschiedlichste Aktionen, Andenken und Dinge, die man nur in Japan kaufen kann (davon gibt es sehr viele!) nicht eingerechnet.

5000 Yen Schein Higuchi Ichiyō

Der momentane Wechselkurs (Stand: Mai 2019) beträgt für 1 € = 142,7 ¥

Vor der Reise

Aber der Reihe nach. Wenn Du die Reise nach Japan planst, empfiehlt es sich zuerst nach Tokio zu fliegen. Tokio ist eine Weltstadt und hier ist auch alles separat in Englisch ausgeschrieben, sodass man in den ersten Momenten in diesem fremden Land nicht komplett aufgeschmissen ist. Zudem solltest Du schon vor der Reise online eine sogenannte „IC Card“ bestellen. Diese Karte ist praktisch, wenn Du Japan besuchst. Die IC Card ist deswegen so wichtig, da man Guthaben auf diese Karte buchen und somit mit den meisten Bahnen in Japans Großstädten fahren kann. Des Weiteren wird die Karte auch in vielen Supermärkten, Restaurants und kleinen Shops akzeptiert. Wenn Du zum Beispiel von Tokio aus in eine andere Große Stadt wie Kyoto reisen willst, solltest du den Schnellzug Shinkansen nutzen. Hier empfiehlt es sich auch schon vorab der Reise Online einen entsprechenden Japan Railway Pass zu organisieren. Je nach Abonnement kann man mit diesem Pass ein bis drei Wochen alle größeren Bahnstrecken in ganz Japan nutzen.

Der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen verkehrt dermaßen pünktlich, dass er auf seiner jeweiligen Strecke im Durchschnitt nur 30 Sekunden Verspätung hat. Pünktlichkeit ist selbstverständlich!

Ankommen am Narita Airport

Fast alle internationalen Flüge landen am Narita Airport. Der perfekt für Reisende aus dem Ausland geeignet ist, da er sehr viele Optionen bietet, um problemlos zu den Unterkünften in Tokio zu gelangen. Man kann hier zum Beispiel den „Narita Express“ nutzen, eine Bahn, die vom Flughafen direkt in die Stadt alle wichtigen Haltestellen ansteuert. Wer etwas sporadischer unterwegs ist kann auch einen der vielen Shuttle Busse nutzen, kostet weniger, ist aber weniger komfortabel und dauert auch länger. Ich rate dir aber davon ab ein Taxi zu nehmen, weil hier eine fahrt in die Stadt bis zu 20.000 Yen(Ca.160€) kostet. Am Narita Airport ist es auch möglich dein Gepäck direkt zu deiner Unterkunft zu schicken, sodass du bequem ohne Gepäck in die Stadt kommst.

Narita Flughafen

Akihabara

Jetzt bist du da, in der Weltmetropole Tokio. Aber wo fängt man hier am Besten an? Es ist schwierig zu sagen, wenn man noch nie da war, aber persönlich würde ich mich sofort in das Viertel Akihabara stürzen. Nirgendwo anders sollen die Leuchtreklamen greller leuchten, als in Akihabara. Dieser Stadtteil gilt als Mekka für jeden der sich für Videospiele, Filme und Manga interessiert. Es gibt Achtstöckige Kaufhäuser, die nur Elektronikartikel verkaufen. Das Gleiche mit Manga oder Cosplay-Artikeln(Artikel um sich wie Anime- und Mangafiguren zu verkleiden). Man soll hier quasi den Kulturschock seines Lebens erhalten. Denn es sind nicht nur die Leuchtreklamen und riesigen Kaufhäuser die Akihabara auszeichnen.

Katzen- und Maidcafés

Was einem Menschen aus westlicher Hemisphere noch viel suspekter vorkommen muss, sind sogenannte Maidcafés. Schon auf der Straße können einem leicht bekleidete Frauen in Dienstmädchen-Uniform begegnen und einem Flyer für ihr Café in die Hand drücken. Die Cafés sind gut versteckt, doch wenn man es gefunden hat, bestellen hier ihre „Herrinnen“ und „Herren“ ein Menü bestehend aus Getränk, Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise und einer „kleinen Überraschung“. Diese Überraschung darf der Gast per Los bestimmen. Das ist zum Beispiel ein Lied, welches die Bedienungen für den Kunden anstimmen. Zudem kann man sich auch mit den Maids unterhalten, aber es ist strengstens verboten, sie anzufassen oder nach ihrer wahren Persönlichkeit zu fragen. Gegen Aufpreis darf man dann auch ein Foto machen.

Entspannung soll es dagegen in einem Katzencafé geben. Da diese Art der Cafés in Japan sehr beliebt zu sein scheint, muss man hier ein paar Tage vorab reservieren. Man zahlt für 30 Minuten Aufenthalt 1.000 Yen, was ca. 8 € sind. Nachdem man gezahlt hat, darf man mit einem Haufen Katzen spielen und nebenher ein Getränk geniessen. Das ist wohl für die meisten Europäer nichts Besonderes, aber in Japan scheint das wohl ein populäreres Geschäftsmodell zu sein.

Haustiere haben in Japan einen hohen Stellenwert. Es gibt mehr Haustiere als Kinder. Katzen werden teilweise verehrt. Dennoch ist es in Japans Großstädten überwiegend verboten Haustiere zu halten oder es ist einfach nicht möglich, da der Wohnraum für Menschen sehr begrenzt ist. Doch wer sich den „Luxus“ leisten kann greift für seinen tierischen Begleiter tief in die Tasche. Vor allem Hunde werden mit allerlei Kleidung und funkelnden Halsbändern ausgestattet. In Japan werden auch mehr Lebensmittel für Tiere, als für Kinder bereitgestellt.

Maneki-neko

Für ein paar Drinks und Roboter nach Kabukicho

Nach meinem Streifzug durch Akihabara kommt irgendwann Hunger und Durst … da bietet sich doch das „Golden Gai“ im Viertel Kabukichu an! Das Golden Gai ist ein Viertel an dem sich kleine Bars, Kneipen und Restaurants aneinander reihen. Man sollte automatisch mit anderen Leuten in Kontakt kommen, da hier alle auf einem Haufen sitzen. Dieser Teil von Kabukicho einnert stark an das Tokio und Japan vor dem 2. Weltkrieg, da die alten Gebäude immer noch in sehr gutem Zustand sind. Golden Gai ist mittlerweile von Touristen überlaufen, weswegen die Einheimischen nicht mehr so oft hingehen.

Golden Gai

Das Roboter Restaurant

Nach dem ich mich gestärkt und gute Laune angetrunken habe, würde ich mich nun liebend gerne ins Roboter Restaurant begeben. Dies ist kein Restaurant, sondern ein Event , bei dem abends eine riesige Roboter Show aufgeführt wird. Hier isst man kein nobles Gericht, sondern maximal Popcorn und lässt sich von massiven Robotern die Augen aus dem Schädel lasern. Es soll sehr absurd und Japanisch sein, also genau das Richtige für mich.

Wermutstropfen: Die Show ist sehr teuer (ca. 60 €). Unser Tipp: Du kannst die Tickets direkt auf der Webseite des Veranstalters buchen, aber wir empfehlen dir die Tickets vorher online bei Get Your Guide zu kaufen, denn bei Get Your Guide sind sie ein paar Euro günstiger. Nach dem Event kann man sich auch weiterhin im Unterhaltungsviertel Kabukicho vergnügen, muss dabei aber aufpassen, da es die ein oder andere dunkle Ecke aufweist, die man meiden sollte.

Nach einer besonders intensiven Episode der Anime-Serie Pokémon , ausgestrahlt am 16. Dezember 1997, wurden 685 japanische Kinder wegen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und sogar Anfällen, durch die sich wiederholenden visuellen Effekte der Show verursacht, ins Krankenhaus eingeliefert. Nach dem Vorfall, dem „Pokémon Shock“, ging die Serie in eine viermonatige Pause.

Über die Kreuzung Shibuyas in einen Park voller Kirschblüten

Was auch ganz oben auf meiner Wunschliste der Dinge steht, die ich in Tokio machen möchte: Einmal über die Kreuzung Shibuya 109 laufen und die Menschenmassen, mitsamt der großen Gebäude und Werbeanzeigen auf sich wirken zu lassen. Die Kreuzung ist nicht zu übersehen und ist gleich am Ausgang der U-Bahn Station.

In der Nähe von Shibuya 109 ist auch die Statue des Hundes Hachiko. Dieser Hund ist in Japan der Inbegriff für Treue und ist für jeden Bürger ein Begriff.

Nach so viel Trubel und den Menschenmassen würde ich dann auch mal gerne die Flucht ergreifen und nach naturbelassenen Spots in Tokio schauen. Hier würde mir der Ueno Park in den Sinn kommen. Der Park liegt zentral in Tokio, ist riesig und bietet ordentlich Abwechslung. Am Liebsten würde ich ihn zur Kirschblüten-Zeit besuchen, da der Park mit seinen ganzen Schreinen und Tempeln seine volle Schönheit entfaltet. Zudem kann man in diesem Park an einem See entspannen oder geht in eines der vielen Museen. Der Eintritt für die meisten Tempel ist kostenlos und der Park ist rund um die Uhr geöffnet.

Im Mario-Kart durch Tokio und zu den besten Arcade-Hallen

Als ich das bei meiner Recherche herausgefunden habe sind mir fast die Tränen gekommen: Man kann als Mario im Kart über die Straßen Tokios brettern! Es gibt in den Stadtteilen unterschiedliche Routen, die befahren werden können und man kann auch auswählen wie lange die Rundfahrt gehen soll. Hierzu benötigt man einen Führerschein und einen Nachweis, dass man auf Japanischen Straßen fahren darf. Dies sollte aber schon vor der Reise abgeklärt werden, solltest du im Kostüm deines Lieblings-Nintendo Charakters über Japans Straßen driften.

Nachdem dieses Highlight abgehakt ist, muss ich natürlich noch in eine der populären Arcade-Hallen. Bevorzugt in eine der Sega-Arcades um mich dann im Prügel-Spiel „Virtual Fighter“ mit Einheimischen messen zu können. Natürlich gibt es da noch viele andere Games, die ausprobiert werden müssen. Ich glaube, in einer dieser Hallen könnte ich ganze Nächte verbringen und mein ganzes Geld verzocken.

Das waren nur meine persönlichen „Must Dos“ in Tokio. Die Stadt ist riesig und bietet für einen Touristen Programm für mehrere Wochen. Aber sollte ich jemals eine Reise antreten, möchte ich noch deutlich mehr sehen. Was weitere Ziele für Japan sind erfahrt ihr in meinem zweiten Teil über mein Wunsch Urlaubsziel.

Willst Du dir selbst einen Überblick über Japan und all seine faszinierenden Aspekte machen? Dann schau mal hier.

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