Patrizia auf Reisen

Wir haben Patrizia Moresco in Stuttgart im Theaterhaus kurz nach der Premiere zu ihrem 5. Soloprogramm „Schlimmer die Glocken nie klingen“ besucht. Ihre Vita ist extrem abwechslungsreich und zeigt, dass sie viel reist und auf der Welt herum gekommen ist.

Wir wollen sie nicht nur deshalb in unserem ReiseBlog vorstellen. Uns interessiert auch der Aspekt, welche Querverbindungen es zwischen einer Komödiantin, Kabarettistin und der Touristik gibt.

Interviewer: Bernd Schray

Wir haben bereits in einem unserer früheren Artikel das aufregende Leben von Axel C. Brueggemann beschrieben, der als Lektor und mit seinem länderspezifischen Wissen Urlaubsreisende auf AIDA Schiffen betreut und begleitet. Patrizia ist ihm zwar noch nicht begegnet, aber auch sie hat schon diverse Routen und Schiffstouren auf AIDA Schiffen hinter sich. Dabei bringt sie mit ihren Sketchen und Bühnenprogrammen die Leute zum Lachen und unterhält sie auf ihre Weise.

Patrizia Moresco

Bernd: Patrizia, du hast vor wenigen Tagen die Premiere deiner fünften Solo-Show „Schlimmer die Glocken nie klingen“ im Theaterhaus Stuttgart gefeiert. Es ist eine beißende, furiose und witzige Satire auf Weihnachten. Das Publikum hat die Show begeistert aufgenommen. Du hast einen Nerv getroffen. Ich gratuliere dir zu deinem Erfolg!

Patrizia: Danke dir. Es ist aber nicht nur das fünfte Programm, ich stehe auch schon seit 39 Jahren auf der Bühne.

Bernd: Richtig, wie geht es jetzt nach der langen Zeit weiter? Wie sind deine Zukunftspläne? In der Show wird erwähnt, dass du eine Kreuzfahrt machst. Du nennst zwar nicht den Namen des Schiffes, aber du gibst die Richtung an – die Karibik.

Patrizia: Richtung Karibik geht es erst im Februar nächsten Jahres. Da bin ich mit Aida unterwegs. Sie wollten auch extra mich für ihr Schiff, aber über Weihnachten bin ich erstmal auf den Seychellen, in Mauritius und Madagaskar.

Bernd: Privat?

Patrizia: Nein, da spiele ich auf dem Schiff.

Bernd: Welche Show spielst du dort?

AIDA Theatrium

Patrizia: Eine Mischung aus allen Shows. Der Unterschied auf dem Schiff ist: Du als Darsteller kommst zu den Leuten, nicht die Leute zu dir, wie es zum Beispiel im Theater ist. Das heißt, man muss ein möglichst breitgefächertes Programm machen, das für alle passt.

Bernd: Du warst schon auf mehreren Kreuzfahrten und hast deine Shows gespielt. Wie reagieren die Leute dort auf dein Programm und was ist der Unterschied zu den Shows, die du auf den Theaterbühnen in Deutschland spielst?

Patrizia: Wenn die Leute zu dir ins Theaterhaus kommen, haben Sie dafür gezahlt und wissen auch, wo Sie hingehen. Zudem ist man in einem geschlossenen Raum. Der Unterschied zu einem großen Kreuzfahrtschiff ist, man hat dort drei Stockwerke, mehrere Bars und Zugänge, über die die Leute zu deinen Shows kommen und auch wieder gehen können. Ich habe das Glück, mit meiner Art, dass die Leute tatsächlich bleiben. Ich kann mich auch sehr gut auf verschiedene Generationen einstellen. Selbst Kinder haben an mir eine riesige Freude, weil ich eine unglaubliche Mimik habe. Die Kinder sitzen dann auch immer da und machen mich nach oder ich bau sie in meine Stücke ein. So etwas wäre eher die Show um 19 Uhr. Die Shows um ungefähr 21 Uhr sind dann wieder eher für die „Großen“. Da lass ich es auch mal gerne Krachen! Die Besucher mögen es auch derbe, man muss dazu aber auch sagen, dass das alles mit Charme ist. Ich möchte da auch niemanden verletzten. Die Urlauber, so wie ich auch, möchten ja eine schöne Zeit haben.

Bernd: Wie und vor allem wo kann man dich ausserhalb von deinen Live-Auftritten erleben? Hast du eine Facebook-Seite oder Kanäle wie Instagram, Twitter, YouTube? Also eine Möglichkeit dich weiterhin zu verfolgen, wenn Menschen nicht die Chance haben, dich bei Shows zu sehen.

Patrizia: Zum einen kann man mich auch im Fernsehen sehen, zum anderen besitze ich FacebookInstagram und YouTube Profile, aber auch eine eigene Webpage. Darüber informiere ich die Leute auch immer über neue Projekte oder Programme. Jetzt zum Beispiel, im nächsten Jahr im September, erscheint ein komplett neues Programm: „Lach mich“. Es geht über die digitale Revolution und die Künstliche Intelligenz. Aber ich stelle gar nicht so viel ins Netz, denn ich lebe vom Live-Geschäft. Das sind alles Teaser, damit die Leute Lust bekommen, meine Shows zu besuchen. Also ich stelle jetzt nicht mein Live-Programm in tausend Teilchen auf YouTube.

Bernd: Du bist jetzt seit 39 Jahren auf Tour. Dein Leben verläuft ziemlich turbulent und ereignisreich. Kannst du unseren Lesern sagen, welches Talent man mitbringen muss, ob man solch eine Karriere planen kann und welche Ratschläge du interessierten Fans geben kannst.

Patrizia: Man muss für diesen Beruf brennen. Man braucht Durchhaltevermögen, man muss mit Tiefschlägen umgehen können. Dazu muss man mit Ungerechtigkeiten umgehen können, was das Allerschwierigste ist. Man ist ja ständig Presse,Veranstalter und Agentur ausgeliefert. Es ist dauernd Druck und man muss dauernd abliefern. Fehler sind heute nicht mehr zugelassen. Ich habe zu einer Zeit angefangen, da konnte man alles ausprobieren und die Zuschauer hatten Spaß am Ausprobieren und heute wird alles auf höchstem Niveau abverlangt. Es ist ganz schwierig, vor allem mit einem neuen Programm. Ich mach das jetzt lang‘ genug und ich weiß auch worauf ich mich einlasse, aber für Neue ist es echt schwierig. Trotzdem hat jede Generation eine andere Art mit den Dingen umzugehen, es kommt auch viel Junge und Tolle nach, bei denen ich die Kraft seh, die wir früher hatten. Man muss eine gewisse Position haben, man muss dafür brennen, sonst wird das nichts. Man muss mit Schnupfen und Knieproblemen auf die Bühne gehen. Ich hab in meinen 39 Jahren genau vier Shows abgesagt. Wenn ich heute seh, dass die jungen mit einem Husten, die Show absagen, ist das Scheiße! So funktioniert das nicht. Wenn man Karriere machen will, muss man wissen, was man will. Man muss auch lustig sein, dass ist nichts was man erlernen kann. Wenn man Comedian werden will, muss man ein „Funnybone“ sein. Man kann definitiv erlernen das alles auf den Punkt zu bringen, aber wenn man weiß, dass man für BWL geboren ist, sollte man BWL studieren.

Bernd: Vielen Dank für das Interview, es war sehr spannend. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf der Aida oder auch anderen Schiffen…

Patrizia: …Ich spiele ja nicht nur auf der Aida! Aida ist ein super Geschenk von Aida an mich! Für mich ist das ein genialer Urlaub, weil ich da nichts machen muss, ausser zweimal aufzutreten und das mache ich für mein Leben gerne. Dazu bekomme ich ein gemachtes Bett, lecker Essen und tolle Strände. Was will ich mehr?

Bernd: Dann noch viel Spaß dort, viel Erfolg dabei und alles Gute!

Interview Patrizia Moresco – Audio Datei

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