Andorra? Wo liegt das noch mal? Ist das nicht ein Buch von Max Frisch? Steuer-Oase, Shopping-Paradies und Ski-Gebiet. Stimmt alles, aber das kleine Fürstentum zwischen Spanien und Frankreich – in dem Katalanisch gesprochen wird –  bietet noch so viel mehr. Im Herzen der mächtigen Pyrenäen lockt Andorra als nahezu unentdeckte Natur- und Outdoor-Spielwiese – und das nicht nur im Winter. Auch im Sommer hat der Kleinstaat so einiges zu bieten. Also, nichts wie rein – ins grüne Abenteuer.

Andorra

Dass Andorra im Herzen der Pyrenäen liegt merkt man schon bei der Anfahrt. Denn man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus , wenn man sich die ganzen Berglandschaften des Staates anschaut. Die Hauptstadt Andorra la Vella befindet sich 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Mehr als 70 Berggipfel des Landes liegen über 2.000 Meter. Insgesamt präsentieren sich 90 Prozent der Gesamtfläche von Andorra als reine Natur.

Kirche in Andorra

Andorra, oder offiziell das Fürstentum Andorra, ist eine Bergdestination inmitten der Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich. Seine Kultur, die Jahrtausende alte Geschichte, seine beeindruckende Natur und die vielfältigen Freizeitangebote machen das Land ganzjährig zum idealen Urlaubsziel.

Auch das Klima bietet perfekte Voraussetzungen: Über 300 Sonnentage pro Jahr sorgen für angenehm trockene Luft – sowohl im Sommer, als auch im Winter. In Andorra kann man das ganze Jahr über aktiv sein. Bei der riesigen Auswahl fällt es aber oft ganz schön schwer, sich zu entscheiden.

Morgens wandern im UNESCO Weltnaturerbe Madriu-Perafita-Claror-Tal, nachmittags ein Ausritt hoch zu Ross und am nächsten Tag mit Buggies in Vallnord Vollgas geben. Nur um dann abends frisch geduscht und gestylt in eines der schicken Restaurants in der Hauptstadt Andorra la Vella in der Mitte des Landes schick essen zu gehen: Alles kein Problem – denn Andorra rühmt sich zwar damit, der größte unter den europäischen Kleinstaaten zu sein, aber groß ist hier relativ. Das ganze Land entspricht mit seinen lediglich 468 Quadratkilometer ungefähr der Größe von Köln. Von der französischen Grenze im Osten bis zur spanischen Grenze im Süden braucht man mit dem Auto gerade mal eine Stunde. Ganz ehrlich: Welche andere Gebirgsregion kann da mithalten? Wo sonst kann man auf so engem Raum so viel erleben?

Andorra

Eis trifft heiß: Andorra punktet sowohl mit warmen Sommern, die sich perfekt für Outdoor-Abenteuer wie WandernKlettern und Reiten eignen – als auch mit kalten, schneereichen Wintern, die die Herzen von Ski- und Snowboardfahrern höher schlagen lassen.

Berge, Wälder, Flüsse, Seen und Wiesen – Ganze 90 Prozent der Landesfläche sind völlig naturbelassen. Wenn die Berge im Frühling grün werden, bietet sich Aktivurlaubern eine breite Palette an Sport- und Freizeitaktivitäten. Neben Wandern, Trekking und Radfahren locken zahlreiche adrenalinreiche Abenteuer in das Fürstentum inmitten der Pyrenäen: von Bungee-Jumping über Quad-Touren, Kart-Buggies und Paintball bis hin zu Orientierungsläufen.

Andorra

Besonders im Sommer interessant: Beim Canyoning steigen Aktivurlauber durch das Flussbett ab und durchqueren dabei Sturzbäche, seilen sich an Drahtseilen ab und schlittern über natürliche Rutschen. Die Schluchten von d’Encodina und Segudet eignen sich für Anfänger, während die Coma de Ransol und La Canaletasich eher an erfahrene Sportler richten.

Wem das zu nass ist, der probiert vielleicht gerne einen der insgesamt 16 Klettersteige unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade aus. Hierbei handelt es sich um feste Strecken in schwer zugänglichem Gelände, welche mit Stufen und Kabeln ausgestattet sind, um den Aufstieg im Fels zu erleichtern.

Wer die Natur genießen und die einzigartige Bergwelt hautnah genießen möchte, sollte die Wanderwege des Fürstentums mit ihrer intakten Flora und Fauna erkunden. Verschiedene Schwierigkeitsgrade – von mittlerer, schwieriger oder Expertenstufe – warten auf Besucher. Zudem führen einige der spektakulärsten Routen durch drei Naturschutzparks: Das Madriu-Pedrafita-Claror-Tal, den Naturpark Vall de Sorteny, sowie den Naturpark Valls del Comapedrosa. Fast 30 Berghütten, so genannte Refugios, sind an die verschiedenen Routen angebunden und erlauben es Wanderern, diese entlegensten Winkel des Fürstentums zu genießen. Im Sommer 2017 feierte auch das renovierte Refugi von l’Illa Eröffnung, welches im Madriu-Tal liegt.

Andorra

Seit 2004 gehört das Vall del Madiu-Perafita-Claror im Südosten des Landes zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als Highlight unter den spektakulärsten Kulissen des Landes.

Von Spitze zu Spitze im Fürstentum: Sport- und Naturliebhaber können das gesamte Land durchwandern, ohne dabei Asphalt zu berühren. Dies ist möglich dank der 54 Bergwanderwege. Die Refugios des Landes bieten dabei gut gelegene und teils bewirtschaftete Übernachtungsmöglichkeiten.

Tierliebhaber können die Natur Andorras auch auf dem Rücken von Pferden erleben. Verschiedene Reitzentren bieten Kurse im Reiten und Ausflüge in die abwechslungsreiche Berglandschaft an. Als eine der schönsten Strecken zu Pferd gilt der Naturpark Compedrosa, welcher mit dem Beginn der schönen Jahreszeit auf Besucher wartet.

Andorra

Andorra bietet zudem Golfliebhabern einen einzigartigen Platz: Golf Soldeu befindet sich auf 2.250 Metern Höhe und ist der einzige Platz, der per Gondel erreicht werden kann. Auf 16 Hektar Fläche liegen neun Löcher – par 3,3. In der Gemeinde Ordino stehen zudem zwei Abschlagplätze pitch&putt – einer in La Cortinadaund der andere in Xixerella (Pal) – zur Wahl.

Und im Winter? Andorra ist mit seinem bergigen Terrain ein Dorado für Snowboarder und Skifahrer: Das Fürstentum verfügt über die größte mit Skiern befahrbare Fläche in Südeuropa. Die Skigebiete Grandvalira und Vallnord sowie der Abenteuerpark Naturlandia zählen zusammen über 300 Pistenkilometer.

Andorra mit Kindern

Der ultimative Abenteuerspielplatz liegt im Sektor Pal Arinsal. Das Freizeit- und Aktivitäten-Zentrum Vallnord Mountain Park bietet jede Menge Abwechslung – von Touren in Elektro-Karts über Ponyreiten, Hüpfburgen, Rutschen, Brücken bis hin zu  Kletterwänden. Als Neuigkeit kommt in diesem Jahr eine 300 Meter lange Seilrutsche für die ganze Familie hinzu. In Arinsal finden Besucher zudem gute Trainingsmöglichkeiten und Kurse für Trial und BMX.

Arinsal

Adrenalinfans können im Family Park von Canillo in Grandvalira die mit 550 Metern längste Zipline Andorras ausprobieren – und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Wer seine fünf Sinne schärfen und im Rahmen von lehrreichen Spielen Flora und Fauna entdecken möchte, sollte sich auf den Circuito Fornatura begeben. Familien können zudem eine neue Tubing-Anlage nutzen und mit einer Art Schlauchboot über einen festen Parcours sausen. Weitere Angebote beinhalten Rutschen, Spaziergänge, Kayakfahrten, Wasserschlittschuh-Laufen, Minigolf, Araphoe und Devalkarts, Karts ohne Motor.

Zipline

Ein Muss für Familien stellt Naturlandia in Sant Julià de Lòria dar. Dabei handelt es sich um einen Abenteuerpark für jedes Alter in einem über 800 Hektar großen Wald. Hier können sich kleine und große Aktivurlauber nicht nur im Bogenschießen oder Golf probieren, sondern auch die längste Alpin-Rutsche der Welt, den Tobotronc, und den Airtrekk, einen Parcours in schwindelerregender Höhe, testen.

Spaß unter dem Nullpunkt verspricht hingegen das Aktiv-Center Palau de Gel – inmitten einer Eispiste, auf der die Großen Schlittschuhlaufen, Hockey spielen, auf Eis tanzen oder Curling-Wettkämpfe austragen, befindet sich eine Rennstrecke, auf der sich die Kleinsten inzwischen mit Elektroquads vergnügen können.

Entspannung pur: Wellness in Andorra

Wer nach all der aufregenden Outdoor-Action in die Thermalwasser des Landes eintaucht, setzt seinem Andorra-Besuch das i-Tüpfelchen auf. Das Fürstentum verfügt über zwei Wellness-Zentren, in denen Gäste die Freuden und die wohltuende Wirkung des Thermalwassers erfahren können: Das Inúu y Caldea. Als Erweiterung zum Thermalbad Caldea, gilt Inúu mit seinen 12.400 Quadratmetern als eines der exklusivsten und innovativsten Wellness-Zentren Europas: Besucher können mittels erprobter Programme oder nach einem Eingangsgespräch mit einem Thermalberater einen personalisierten Aufenthalt genießen, der ganz im Einklang mit den individuellen Erwartungen und Wünschen steht. Zur Auswahl stehen etwa Beauty-Behandlungen, Anwendungen für das Gleichgewicht von Körper und Geist, Ernährungsangebote, Ayurveda, japanisches Shiatsu, Thai-Massagen und vieles mehr.

Massage

Inúu lockt zudem mit einem auf maximale Entspannung ausgelegten privaten Wellness-Bereich von 100 Quadratmetern – zur individuellen oder zur Nutzung als Paar. Auch Fitness- und Mind-Räume sowie ein Restaurant sind hier zu finden.

Auf der anderen Seite richtet sich Caldea, mit 30.345 Quadratmetern das größte Thermalzentrum Südeuropas, auf 1.100 Metern Höhe an die breite Öffentlichkeit sowie an Familien. Das Wellnesszentrum bietet Massagen, Beauty-Rituale, Hydrothermal- und ästhetische Anwendungen sowie eine eigene Kosmetiklinie: Just Bio by Caldea wurde eigens aus natürlichen Zutaten entwickelt.

Yoga

Entspannung in den Bergen: In diesem Jahr führt das Vallnord eine ganz besondere Aktivität ein: Yoga in der Dämmerung und auf 2.000 Metern Höhe im Restaurant Pla de la Cot (Pal-Arinsal). Nach dem Aufstieg mit Schneeschuhen von la Caubella aus folgt eine Session Kundalini-Yoga, die sich für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen eignet. Den Abschluss bildet ein veganes Dinner im Restaurant.

Was bietet Andorra kulinarisch?

Besucher haben die Möglichkeit, sich auf einem gastronomischen Rundgang durch die andorranische Küche davon zu überzeugen, wie sich die natürliche Umgebung in der Qualität der schmackhaften Gerichte und der lokalen Produkte niederschlägt.

Die andorranische Küche zeichnet sich vor allem durch ihre erstklassigen Zutaten aus. Damit verwandeln sich selbst typische Gerichte wie Tortilla & Co. in unerwartete Gaumenfreuden. Außerdem stehen 400 Restaurants mit internationaler, orientalischer oder marktfrischer Küche zur Wahl.

Tortilla
Empanada

Die andorranische „Borda“ und ihre Tradition

Wer die authentische andorranische Küche verkosten möchte, kann dies in jeder der 20 Bordas tun, welche historische Berghäuser waren, in denen im Winter Getreide und Vieh gelagert wurde. Zu den typischen Gerichten dieser Bergküche zählen unter anderem der Trinxat – ein Kartoffel-Kohl-Stampf mit Schweinefleisch –, der Eintopf EscudellaBachforelle auf jede nur erdenkliche Art, Fleisch vom Grill oder „a la llosa“, einer herkunftsgeschützten Zubereitungsart. Danach gibt’s köstliche Desserts wie die Coca masegada, einen flachen Kuchen. Auch aus Löwenzahn bereiten die Andorraner übrigens schmackhafte Salate, Aperitive oder Beilagen zu.

Bachforelle

Was trinkt man dazu? Neben köstlichem Wein, verfügt Andorra zudem über zwei eigene Biermarken: Alpha, welches in La Cortinada (Ordino) hergestellt wird und Boris, das andorranische Premiumbier.

Bier aus Andorra

Darüber hinaus können Besucher den etwas unbekannteren Hidromiel de Andorra verkosten, ein alkoholisches Getränk aus natürlichem Höhenhonig, dem Tannenzapfen-Extrakt Nectum de aveto sowie Zucker, der kulinarisch, aromatisch und medizinisch zum Einsatz kommt. Neben diesem weltweit einzigartigen, in Andorra hergestellten Produkt gibt es die so genannte Ratassia, einen hausgemachten Likör aus Nüssen und Heilkräutern aus den andorranischen Bergen.

Anreise – Wie kommt man von Deutschland nach Andorra?

Andorra selbst besitzt keinen eigenen Flughafen oder Bahnhof. Hin- und Rückflug von einen der vielen deutschen Flughäfen nach Barcelona (z.B. mit Vueling ab etwa 200 Euro, www.vueling.com) oder nach Toulouse. Von dort aus geht es mit Auto oder Bus weiter in das kleine Fürstentum (Dauer etwa 2,5 Stunden).

Persönlicher Tipp und absolutes Andorra-Highlight

Ein unvergessliches Andorra-Erlebnis ist ein Helikopter-Flug über den Zwergstaat. Besonders toll: Da Andorra so klein ist, sieht man bei einem 15-minüten Rundflug das ganze Land – inklusive der Grenzen zu Frankreich und Spanien. Hierzu erkundigen Sie sich bei Heliand Helicopters, www.heliand.com.

Rundflug über Andorra

Haben Sie lust auf eine Reise nach Andorra? Oder waren Sie schon mal in diesem kleinen Staat? Wir freuen uns auf ihren Kommentar über Andorra!

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