Die Kaffeehauskultur wird in Salzburg großgeschrieben und die Vielfalt an Cafés ist in wohl kaum einer anderen Stadt so ausgeprägt wie hier. Dass die Mozartstadt Heimat jeder Menge Traditionskaffeehäuser – wie etwa das Café Sacher – ist, setze ich mal als bekannt voraus. Was aber vielleicht nicht so viele von Ihnen wissen: Salzburg verfügt auch über reichlich alternative Kaffeehäuser. Wonach auch immer Ihnen der Sinn steht, – Tradition oder Moderne – wir haben insgesamt fünf tolle Cafés für Sie herausgesucht.

Salzburg ist nicht nur als Mozartstadt, sondern auch wegen ihrer vielen Kaffeehäuser bekannt

Die Salzburger lieben ihre Kaffeehäuser und das Café Tomaselli gehört wohl zu einem der beliebtesten der ganzen Stadt. Bereits seit 1764 – und somit ist es das älteste Kaffeehaus in ganz Österreich – verzaubert es die kaffeedurstigen Menschen im Herzen Salzburgs. Hier wurde Geschichte geschrieben: So sollen beispielsweise Hermann Bahr, Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt an einem der Kaffeetische die Idee zu den Salzburger Festspielen gehabt haben. Und auch Mozart persönlich war Stammgast in diesem Etablissement. Noch heute ist es in Familienbesitz und repräsentiert auf stilvolle Weise mehr als 300 Jahre österreichische Kaffeehaus-Tradition. Im Inneren erinnert noch vieles an vergangene Zeiten: Die Ausstattung ist historisch, die Kellner sind wie damals livriert und die mehr als 20 verschiedenen Torten und der exquisite Apfelstrudel werden von Kuchendamen in Rüschenschürzen serviert. Mehr Tradition geht fast nicht!

Café Bazar

Auf der Homepage des Café Bazar steht: „Das Café der Künstler, Dichter und Denker in der Festspielstadt Salzburg“, denn zu seinen Gästen gehörten Größen wie Hugo von Hofmannsthal – wenn er nicht gerade im Tomaselli saß – , Thomas Mann sowie Marlene Dietrich und Romy Schneider. Das Café Bazar ist ein Ort der Geschichte und der Geschichten. Das Traditionskaffeehaus im Zentrum von Salzburg zieht mit seinem Charme täglich sowohl Einheimische als auch Gäste aus aller Welt in seinen Bann. Und das nicht nur wegen der wohl besten Aussicht – neben dem Café Sacher, dass sich direkt nebenan befindet – von der großzügigen Sonnenterrasse auf das Altstadtpanorama auf der anderen Salzachseite. Wenn auch Sie ein Stück Geschichte erleben möchten, ist der Besuch des Café Bazars ein Muss beim nächsten Salzburg-Besuch.

Wir sind uns einig: In Salzburg gibt es erstklassige Kaffeehäuser für jeden Geschmack

Wir sind uns einig: In Salzburg gibt es erstklassige Kaffeehäuser für jeden Geschmack

Salzburg

Café Wernbacher

In der Franz-Josef-Straße, Salzburgs Kaffeehaus-Flaniermeile, reiht sich ein Frühstückslokal und Traditionskaffeehaus nahtlos an das nächste. Sich hier für eins der vielen Cafés zu entscheiden, ist gar nicht so einfach. Ich entscheide mich für das Café Wernbacher, möchte Ihnen aber auch die bekannte Salzburger Institution, das Café Fingerlos und das Heart of Joy Café – bio, fairtrade und vegan – wärmstens ans Herz legen.
Aber nun zum Café Wernbacher: Frank Wernbacher war viel in der Welt herumgekommen und wollte etwas vom Flair dieser großen weiten Welt nach Salzburg verpflanzen. 1952 gegründete er somit das nach ihm benannte Café, was bis heute wie kaum ein anderes für die Altwiener Kaffeehauskultur in Salzburg steht. Auch nach einer „sanften Renovierung“ wurde die einmalige Fünfziger-Jahre-Atmosphäre bewahrt. Besonders bekannt ist das Café für sein sonntägliches Brunch-Buffet von 09 bis 14 Uhr.

Kaffee Alchemie

Für alle echten Kaffee-Freaks sollte das Kaffee Alchemie zum Pflicht-Programm eines jeden Salzburg-Besuchs gehören. Im kleinen Kaffeehaus am Ufer der Salzach, direkt beim Mozartsteg gelegen, wird großen Wert darauf gelegt, den Kunden nur den besten Kaffee anzubieten. Egal ob „Coffee to go“, Espresso, Aeropress- oder Handfilter-Kaffee: Im Alchemie finden Sie alles, was Ihr Herz begehrt und das in bester Qualität. Vorsicht ist jedoch geboten: Der Kaffee hier ist so gut, dass die Gefahr besteht, dass Sie nie wieder einen anderen trinken möchten. Aber kein Problem – alles, was Sie benötigen, um sich einen solchen Kaffee zu Hause selbst zu zaubern, ist hier käuflich zu erwerben. Einziges kleines Manko: Der Laden ist winzig und es gibt kaum Sitzmöglichkeiten. Aber wenn man einen Platz bekommt, dann kann man hier perfekt Leute schauen, eines der vielen Bücher lesen oder sich fachmännisch beraten lassen.

220°

Das 220° in der Chiemseegasse wurde bereits vielfach international ausgezeichnet und publiziert – unter anderem von der New York Times und im Buch „The Best Coffee-Shops in the World“. Zu Recht! Der Kaffee hier ist fantastisch und wird in der hauseigenen Rösterei in der Maxglaner Hauptstraße, wo auch Kaffeeseminare angeboten werden, geröstet. Das 220° ist aber nicht nur wegen des guten Kaffees so angesagt: Auch fürs Frühstück (Dienstag bis Samstag bis 14 Uhr! – perfekt für Langschläfer) ist das Café ein beliebter Treffpunkt. Die Lage zwischen Landesregierung und Universität sorgt dazu für ein bunt gemischtes Publikum. Was allerdings weit über die Salzburger Stadtgrenzen hinaus so bekannt ist, ist auch meist gut besucht. Hier am Wochenende einen freien Sitzplatz zu bekommen, grenzt schon fast an ein Wunder. Aber das Café in Salzburgs Altstadt schafft, was nicht immer gelingt: Hier herrscht auf kleinstem Raum eine Wohlfühlatmosphäre und man fühlt sich direkt heimelig. Also nichts wie hin!

Salzburg ist nicht nur wegen der vielen Kaffeehäuser lohnenswert
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