Heute möchte ich von einer unvergesslichen, abenteuerlichen Reise berichten, die ich auf einem der schönsten Schiffe im Mittelmeer erleben durfte. Die Rede ist von einem Mitglied der Flotte der Star Clippers, zu der die Schiffe Star Flyer, Star Clipper und Royal Clipper gehören. Wir haben einen 7-tägigen Törn mit der Star Flyer durch das Mittelmeer von Valletta auf Malta über Sizilien, die Liparischen Inseln und bis Civitavecchia in Italien im August 2016 miterlebt. Freuen Sie sich auf einen umfassenden Bericht mit vielen Fotos und Erzählungen.

Unsere Kreuzfahrt begann in der maltesischen Hauptstadt Valetta. Unsere nächsten Ziele waren:

Valetta – Taormina – Lipari – Amalfi – Positano – Ponza – Civitavecchia

Schon die Namen der Hafenstädte, wie sie auf der Ankündigung und den Reiseunterlagen vermerkt waren, weckten in mir sehnsuchtsvolle Erwartungen.

Valetta

Mit Malta verbinde ich insbesondere Erinnerungen an die St. John’s Kathedrale mit ihren kunstvoll geschmückten Grabsteinen und den monumentalen Kunstwerken im Inneren. Was waren die Motive für solch opulent gestaltete Zeugen der Vergänglichkeit des Lebens? Vielleicht die Freude auf einen Platz im Paradies? Ein Besuch lässt den Gedanken Raum und Zeit. Der Palast der Großmeister in Valetta ist heute das Büro des Präsidenten. Was gibt es dort noch zu besichtigen, was absolut sehenswert ist? Die Gärten von Barracca am höchsten Punkt der aus dem sechzehnten Jahrhundert stammenden Befestigungsmauern, die die Ritter des Johanniterordens zur Verteidigung Vallettas errichten ließen. Mit einem weiten Blick auf die Stadt und auf Fort Ricasoli.

Taormina

Taormina ist einer der Höhepunkte auf der Reise, mit einem Stopp im Hafen mit dem interessanten Namen „Die Gärten von Naxos“. Die Ursprünge der strategisch gut gelegenen Stadt hoch am Berg auf fast gleicher Höhe wie der Ätna führen bis ins Jahr 398 v. Chr. zurück. Die wechselvolle Geschichte der Stadt ist an den gut erhaltenen Relikten der Vergangenheit erkennbar, darunter ihrem bedeutendstem Bauwerk, dem Theater, das im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Griechen errichtet und von den Römern umgebaut wurde. Die Lage ist wirklich beeindruckend mit Blick auf den Vulkan Ätna und dem schimmernden blauen Meer tief unten. Taormina liegt in einer der schönsten Landschaften der Welt: Es ist ein wunderbares Juwel, umgeben von blauem Himmel, aquamarinblauem Meer, grünen Tälern und den weißen schneebedeckten Spitzen des Ätna.

Lipari

Wir werden auf unserer Fahrt auch in Lipari Halt machen. Nur soviel, wer es noch nicht wußte – ich auch nicht -, das Äolische Inselarchipel ist vulkanischen Ursprungs und besteht aus den Hauptinseln Lipari, Vulcano und Stromboli sowie anderen kleineren Inseln. Wer in Lipari anlandet, fühlt sich in der Zeit zurück versetzt. An den endlosen Stränden offenbart sich noch unberührte Natur, zahllose Buchten, Grotten und das unvergleichlich schöne Meer. Für mich als Eintagbesucher ist weniger wichtig, dass Lipari neben seinen Naturschönheiten zahlreiche Schätze für Geologen und Vulkanforscher zu bieten hat, die sich in den prähistorischen Dörfern und dem Archäologischen Museum der Insel zeigen. Aber das Museum gehört zu den bedeutendsten Europas und lässt sich an nur einem Tag besuchen.

Lipari

Amalfi

Die Einfahrt in den Hafen von Amalfi ist ein beeindruckendes Erlebnis, weil das hoch aufragende Panorama der Stadt einfach unbeschreiblich malerisch und romantisch ist. Die mächtige Kathedrale von Amalfi am oberen Ende der großen Treppe ist das Wahrzeichen dieser lebendig gebliebenen Stadt und ein Zeugnis der antiken Geschichte. Sie ist dem heiligen St. Andreas gewidmet. In der Krypta aus dem 13. Jahrhundert treffen wir auf eine große Statue des St. Andreas von Michelangelo Naccherino und zwei Statuen des St. Stefan und St. Laurenz von Pietro Bernini. Unbedingt sehenswert. Neben der Kathedrale erwartet uns der mit Fresken von Pietro Cavallini geschmückte sogenannte „Kreuzgang des Paradieses“. Dort werden Sarkophage, römische und mittelalterliche Kunstwerke aufbewahrt. Der andere weithin zu sehende Turm, der zur gleichen Zeit wie der Glockenturm der Kathedrale gebaut worden ist, ist nun mit einem Hotel verbunden, das sich in dem alten Kloster aus dem 12. Jahrhundert befindet, wo es immer noch einen wunderschönen Säulengang gibt. Wer den Panoramaweg nach oben steigt, genießt eine unbeschreiblich weite Aussicht über den Golf von Salerno.

Amalfi

Positano

Positano ist wie Amalfi ein ganz besonderes Schmuckstück in der an Fundstücken reichen Geschichte Italiens. Wir nähern uns von Amalfi kommend mit der Star Flyer nach kurzer Fahrt. Vom Meer aus betrachtet, steigt Positano steil den Berg hinauf ins Grün des Monte Lattari. Sein Farbenpanorama umfasst das gesamte Spektrum. Das Weiß, Pink und Gelb der mediterranen Häuser, das Silbergrau seiner Kiesstrände und das strahlende Blau des Mittelmeeres. Die mit Majolika geflieste Kuppel der Stiftskirche Santa Maria Assunta sieht man von jeder Ecke der Stadt. Das Innere der Kirche beherbergt ein byzantinisch inspiriertes, aus dem achtzehnten Jahrhundert stammendes Bild einer schwarzen Madonna. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte sich Positano zu einem besonders im Sommer florierenden Badeort, der das Reiseziel vieler Schriftsteller, Intellektueller, Künstler und anderer Prominenter wurde. Goethes italienische Reise hat bestimmt auch einen Anteil am Glanz der Gegend beigetragen. Besucher, die hier längere Zeit lebten und wirkten, sind unter vielen anderen Escher, Steinbeck, Picasso, Klee, Zeffirelli und Liz Taylor. Die Liste derer, die sich unsterblich in die Schönheit der Landschaft und des Ortes verliebt haben, bleibt weiterhin nach oben offen für uns und kommende Generationen.

Ponza Klippen

Civitavecchia

Rom besitzt selbst keinen Hafen, denn es ist keine Küstenstadt. Diese Rolle bekam Porto di Civitacecchia übertragenen, das 77 km nordöstlich gelegene Hafenstädtchen mit dem Anschluss an die große weite Welt der Meere. Seine Bedeutung ist mit dem Wachstum der Schifffahrtslinien ebenfalls stark gewachsen, weil die Kreuzfahrt-Reedereien in den letzten Jahren massiv investiert und aufgestockt und viele neue Schiffe zu Wasser gelassen haben.

Wie alle Häfen auf dieser Route atmet auch Civitavecchia Geschichte und Tradition und zeigt sich gerne von dieser Seite, sofern man sich die Zeit dafür nimmt. Die meisten Besucher wollen aber entweder sehr schnell aufs Boot oder sie eilen zu ihren Anschlussflügen oder sonstigen -verbindungen zurück und verpassen dadurch leichtfertig ein Gläschen Sambuca, den kulinarischen Digestif aus Civitavecchia. Auch eine Sehenswürdigkeit: Die Festung Forte Michelangelo im Auftrag von Papst Julius II. an Donato Bramante, Giuliano Leno, Antonio da Sangallo übergeben und schließlich von Michelangelo vollendet. Sie ist das wuchtige Wahrzeichen der Stadt, direkt am Hafen.

Hafen in Civitavecchia

Ganz in der Nähe findet sich das Ausgrabungsgelängt der Thermen des Trajan. Nicht weit davon entfernt liegen die modernen Ficoncella-Thermen, die mehr von den heutigen Römern und weniger von Touristen besucht werden.

Das Schiff – die Star Flyer

„Die Königin der Weltmeere. Star Clipper und Star Flyer verkörpern den Stolz und die Tradition der berühmten Clipper-Segler.“ Moderne Kreuzfahrtschiffe in der Tradition und Romantik von legendären Segelschiffen. Das Besondere einer Kreuzfahrt mit der Star Flyer ist die einzigartige Verbindung der Tradition mit dem Komfort der heutigen Zeit.

Auf der Star Flyer gibt es Platz für maximal 170 Passagiere. Mehr Gäste können nicht in den 6 Innen-, 70 Außen-, 8 Deluxe-Deckkabinen mit direktem Zugang zum Deck und der großen Eigner-Kabine untergebracht werden. Dadurch entsteht dieses besondere Gefühl von Exklusivität und Nähe, von Freiheit auf begrenztem Raum. Beispiele sind die Decks mit edlem Teakholz, die mehr Freiraum für jeden Passagier bieten, als die meisten herkömmlichen Kreuzfahrtschiffe. In der gemütlichen Bibliothek des Schiffes fühlt man sich vor dem Kamin wie in einem exklusiven englischen Privatclub.

Die Einrichtung der Kabinen auf der Star Flyer
Für Viele unerwartet ist der Komfort wie in einem feinen Luxushotel. Die Kabinen der Star Flyer besitzen alle Annehmlichkeiten, die man sich nur vorstellen kann. Das große Doppelbett lässt sich auf Wunsch in zwei Einzelbetten trennen. Marmorbad, Wandsafe, Flachbildfernseher, Direktwahl-Telefon und eine äußerst komfortable Einrichtung sind selbstverständlich. Alle Kabinen haben ein eigenes Duschbad und WC. Kabinen der Kategorie 1 und die Eigner-Kabine sind zudem zusätzlich mit einem Whirlpool ausgestattet.

Kabinengröße der Star Flyer

22 qm |  Eigner Kabine
14,5 qm |  Kategorie I
12 qm |  Kategorie II
12 qm |  Kategorie II
11 qm | Kategorie III – V
8 qm | Kategorie VI

Technische Daten der Star Flyer

Baujahr |  1991
Masthöhe |  63 m
Tonnage |  2.298
Länge |  115,5 m
Breite | 15,0 m
Tiefgang | 5,6 m
Besatzung | 74
Kabinen | 85
Wasserverdrängung | 2.300 BRT
Masten | 4
Segelfläche | 3.365 m²

Die Star Flyer ist in Malta registriert. Die Reise auf einem Windjammer der Star Clipper Flotte ist ein einmaliges Erlebnis mit intensiven Gefühlen in jedem Moment und jeder Phase. Sehr zu empfehlen, wenn man Wind, Wellen und frische Luft genießen, interessante Hafenstädte besuchen und besondere Landausflüge machen möchte. Die Kreuzfahrt hat ihren Preis, aber man wird sich an diese Fahrt ein ganzes Leben lang erinnern.

Kreuzfahrt Royal Clipper
zB 07.09.19 – 14.09.19, Rom – Cannes
7 Nächte
Kat. 6
ab 2.400 € pro Person

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