Lappland ist kein eigenes Land, sondern ein Gebiet in Skandinavien, welches ebenso fasziniert wie auch polarisiert. Entweder man liebt es oder man möchte nicht wieder hin. Ich für meinen Teil liebe Lappland und möchte hier ein wenig von meinen Reisen in den Norden Finnlands berichten.

Lappland

Lappland und die Sámi

Wikinger, Prinzen und Prinzessinnen sowie raue Landschaften – so sehen viele heutzutage Skandinavien. Dabei gibt es noch so viel mehr über diesen wundervollen Teil der Erde zu berichten. Ich begnüge mich heute aber lediglich auf Lappland, weil es mir dort am besten gefällt. Die „Lappen“, auf fachdeutsch auch „ Sámi“ genannt, sind die Ureinwohner Lapplands. Die Samen sind heute zwar nur noch eine Minderheit der Bevölkerung mit ca. 4 Prozent, dennoch findet man ihre Flagge mit dem zweifarbigen Kreis – die Farbe Rot steht für die Sonne, die Farbe Blau für den Mond – überall in Lappland. Die Ureinwohner selbst schreiben in ihrer Verfassung: „Wir Samen sind ein Volk, dessen Zusammengehörigkeit nicht durch Staatsgrenzen gespalten werden soll.“ Daher ist Lappland auch zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. Allein schon dieses ursprüngliche Volk zu erleben, ist einen Besuch in Lappland wert.

Hafen Norwegen

Die Wikinger und die Fjorde

Die Wikinger haben Lappland damals als Heimat angesehen, jedenfalls einen Teil davon als Siedlungsgebiet. Neben ihren Beutezügen zu Wasser raubten sie aber auch in eigenen Landen. In Norwegen wurde beispielsweise gegen die Wikinger durch Olav den Heiligen im eigenen Lande vorgegangen, wie Sigvald der Skalde in seinem Gedächtnislied bezeugt. Nationalromantische Wikingerdarstellungen aus Norwegen, wie die von Andreas Bloch aus dem Jahr 1905 oder im Wikingermuseum von Borg zeigen allerdings ein viel verträumteres Bild. Und auch heute noch gibt es viele Streitigkeiten über dieses Volk. Was jedenfalls Wikinger wie auch andere meerverbundene Menschen geliebt haben dürften, sind die vielen schönen Fjorde, die Lappland zu bieten hat. Die kurvigen Küstenstraßen und einladenden Fischerdörfer ziehen auch mich immer wieder magisch in ihren Bann.

Fjord in Norwegen
Lappland Fjord

Lappland-Kurzreise

Eine ganz besondere Lapplandreise hatte ich kürzlich erst wieder gemacht. Sie dauerte zehn Tage und nimmt meiner Meinung nach viel mit, was man gesehen haben sollte. Die Reise begann in Oslo, der Hauptstadt von Norwegen, die allein schon mehrere Tage Sightseeing bräuchte. Dann ging es weiter zu den Lofoten, einer Inselgruppe vor der Küste Norwegens. Die Gipfel dieses einzigartigen Meergebirges ragen bis zu 1000 Meter in den Himmel. Das muss man einfach gesehen haben! Hinzu kommen die kurvigen Küstenstraßen und einheimischen Fischerdörfer. Eine ganz eigene Welt! Im Wikingermuseum von Borg konnten wir dann ein erstes Gefühl für dieses Volk bekommen. Passt für mich fantastisch ins Programm. Am fünften Tag ging es dann an Bord des Hurtigruten-Dampfers in die Passage nach Tromsö, das Tor zum Eismeer. Dort gibt es die wundervolle Eismeerkathedrale und das Museum zu bestaunen und dazu noch tolle Geschichten von Spitzbergen. Absolut empfehlenswert! In Alta schließlich erlebten wir ein paar archäologische Attraktionen. Über 3000 Felszeichnungen, bis zu 6000 Jahren alt, zeugen von Menschen noch vor der Eiszeit. Erstaunlich und beeindruckend zugleich.

Stabkirche Norwegen

Auf der Nordkapinsel Mageröy sind uns doch tatsächlich ein paar Rentiere begegnet! Nicht nur die schönen Tiere im allgemeinen, sondern insbesondere ihr Fleisch und Geweih werden in Norwegen hochgeschätzt. Schließlich erreichten wir Karasjok – die Hauptstadt der Samen. Wie bereits erwähnt, ein Muss für alle Lappland-Fans. Am vorletzten Tag ging es noch in das Siida-Museum in Inari, wo es schöne Details zur Geschichte der Minderheit gibt. Ein letztes Highlight war für mich dann noch die Schlittenhundefarm, Hundestreicheln inklusive!

Ich kann diese Reise jedem nur wärmstens empfehlen. Apropos warm: warm anziehen nicht vergessen! Im Anschluss finden alle Interessierte weitere Reisedetails.

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